Chinesen lieben den Wald: Delegation war zu Besuch im Habichtswald

Chinesen auf Exkursion im Habichtswald: Theodor Arend (Mitte links) klärte Professor Lu Wenming (rechts) über die Vorzüge der deutschen Esche auf. Martin Hofmann (Versuchsanstalt, hinten von links), He Shunqin, Jo Krug, Rolf Schulzke (Hessen-Forst), Huang Anmin und Lang Yan diskutierten mit. Foto: Dilling

Habichtswald. Der Habichtswald ist ein beliebtes Studienobjekt von Forstleuten aus aller Welt. Jeden Monat informiert sich eine Gruppe aus dem Ausland bei den Experten des Forstamts Wolfhagen über die hiesige Forstwirtschaft. Nun sind Forstleute aus China bei Hessen-Forst zu Gast gewesen.

Professor Lu Wenming von der forstwissenschaftlichen Akademie Peking schaut bewundernd zu den hohen Bäumen an den Elfbuchen hoch. „Was für ein dichter Wald“, sagt der Forscher, dem Theodor Arend von Forstamt Wolfhagen die verschiedenen Baumarten des Mischwaldes am Herkules erklärt. In seiner Heimat habe man nur ein Viertel davon, erzählt Lu. Doch nun investiere seine Regierung eine Menge Geld in die Aufforstung, es gehe aufwärts. Und auch bei Privatleuten stehe der Wald hoch im Kurs. „Bei uns kauft keiner ein Haus, wenn da keine Bäume auf dem Grundstück stehen“, sagt er.

Der Professor, der sich mit vier Kollegen in Kassel gerade über das System der hessischen Forstwirtschaft informiert, ist beileibe nicht der einzige, der von der Erfahrung nordhessischer Forstexperten profitieren möchte. Pro Monat schaue im Schnitt eine Gruppe aus dem Ausland vorbei, berichtet Jo Krug von der Landesbehörde Hessen-Forst.

Vor drei Wochen sei sogar eine Delegation aller 15 zentralasiatischen Staaten im Habichtswald gewesen, berichtet Forstexperte Rolf Schulzke von Regierungspräsidium. Auch die vom Klimawandel und schweren Stürmen gebeutelten Philippinen hätten schon um Hilfe gebeten. Hessen berate als einziges Bundesland Forstleute in der ganzen Welt. Die Kooperation mit China habe bereits vor 31 Jahren begonnen.

Da hohe Interesse ausländischer Forstexperten an ihren Kasseler Kollegen erklärt Arend mit mehreren Faktoren: Die Fuldastadt liege geografisch günstig in der Mitte von Deutschland. Hessen-Forst, die Universität Kassel und der RP vereinigten zusammen mit der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt in Hann. Münden geballten Sachverstand und Erfahrung in Sachen Wald. Vor allem sei die hiesige Praxis, Forstbewirtschaftung, Ökologie- und Tourimuspotential unter dem Dach des RP zu bündeln, ein gesetzlich verankertes Modell, dass viele andere Staaten interessiere.

Luftverschmutzung

In China setzen die durch die rasante Industrialisierung stark gestiegene Luftverschmutzung und große Dürren in weiten Gebieten des Landes dem Wald zu. Ein schlechtes Pflaster für die deutsche Buche. Diese sei in China sehr teuer, erzählt Professor Wenming. Einige Pappelarten seien für solche Gegenden viel besser geeignet, ergänzt Dr. Martin Hofmann von der Versuchsanstalt.

Quelle: HNA

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