Regionalmuseum Fritzlar eröffnet heute Sonderausstellung zur Stadtgeschichte

Chorherren auf der Spur

Haushaltswaren: Marlies Heer und Dr. Johann-Henrich Schotten stehen mit einem Branntweingefäß und einer Bratpfanne vor einem Bierkessel. Foto: Shuhaiber

Fritzlar. Der Hausstand eines adligen Chorherren ist Teil der Sonderausstellung zur Stadtgeschichte im Fritzlarer Regionalmuseum, welche seit heute bestaunt werden kann. Die Exponate sind in den 70er-Jahren auf dem Gelände des heutigen Jugendzentrums in einem Brunnen gefunden worden.

„Chorherren waren gut betuchte Adelige, die rund um den Domplatz in Kurien lebten und beim Gottesdienst gemeinsam beteten und sangen“, erklärt Museumsleiter Dr. Johann-Henrich Schotten. Kurien sind Steinhäuser, von denen auch heute noch einige in Fritzlar erhalten sind.

Zu den besonderen Stücken aus diesem Kurienhausstand zählen eine mittelalterliche Bratpfanne aus Ton und ein syrisch-fränkischer Glasbecher, der mit Emaillefarbe verziert ist. „Von diesen Bechern gibt es nur etwa 20 Stück in ganz Europa“, sagt Schotten.

Die Ausstellung begreift sich als eine Art Workshop. Sie wird ständig um neue Exponate ergänzt und unterliegt einem stetigen Wandel. Dem Besucher wird ein Abriss der Stadtgeschichte von 1000 bis 1802 geboten. Teile einer mittelalterlichen Holz-Wasserleitung ergänzen die Ausstellung ebenso, wie die Erinnerung an die bedeutende Schriftstellerin Bettina von Arnim, die vier Jahre in Fritzlar zur Schule ging.

„Wir wollen die Stadtgeschichte Fritzlars wieder zeigen, die die vergangenen zehn Jahre aufgrund der Außensanierung ruhte“, sagt Marlies Heer, Mitarbeiterin im Regionalmuseum.

Von Alia Shuhaiber

Quelle: HNA

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