Christian Ide aus Werkel kämpft in Myanmar gegen Armut

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Große Freude bei der Übergabe der Stipendien an die Eltern der Schüler: Links GIZ-Mitarbeiterin Daw Khaing Moe Thu, hinten von links ITC-Direktor U Aung Naing Moe und Erich Lochow aus Schwalmtal, Mitte Heike Knauff-Oliver aus Schwalmstadt, 2. von rechts Christian Ide aus Werkel.

Werkel/Sinde. Seit zwei Jahren arbeitet der Entwicklungshelfer Christian Ide aus Werkel in Myanmar. Über seinen Verein „Save the Families Souls“ will er Kindern und Jugendlichen zu einer Ausbildung verhelfen.

Heike Knauff-Oliver aus Schwalmstadt hat ihn in Sinde besucht und zwei Monate dort gearbeitet. Sie berichtet über ihre Eindrücke.

„Es ist ein großes Glück, dass uns Mister Chris hilft. Ohne seine Unterstützung könnten unsere Kinder nicht studieren.“ Das sagt Daw Kyi Aye. Die Burmesin ist Lehrerin am Technischen Ausbildungszentrum (ITC) in Sinde/Myanmar. Ihr Gehalt ist so gering, dass sie gerade selbst damit über die Runden kommt.

Mr. Chris - so wird der ITC-Projektleiter allgemein genannt - ist Christian Ide, der deutsche Entwicklungshelfer aus Fritzlar-Werkel. Nach seiner Tätigkeit in Vietnam ist er inzwischen seit fast zwei Jahren in Myanmar aktiv.

Derzeit passiert viel in dem Land, das für tausende goldene Pagoden und Tempel, das aber noch überwiegend unter der kolonialen Bezeichnung Birma und Burma bekannt ist. Nach fast 60 Jahren politischer und wirtschaftlicher Isolation, tritt es nun wieder in den Fokus der Welt. Reformen seit 2011 helfen dem lange von Militärs regierten Land, sich der internationalen Gemeinschaft zu nähern.

„Damit auch die Ärmsten der Armen vom allgemeinen Aufschwung profitieren, müssen wir sie jetzt unterstützen“, sagt Christian Ide. Das Land braucht Fachkräfte. Zusammen mit seinem aus Schwalmtal stammenden Kollegen Erich Lochow reaktiviert er derzeit ein Ausbildungszentrum, das vor 40 Jahren von Deutschen gebaut, aber 30 Jahre vernachlässigt wurde.

Arbeit statt Schule und Bildung: Kinder in Myanmar – hier in einem Dorf am Golf von Bengalen – leben häufig in Armut. Christian Ide aus Werkel will jungen Menschen über seinen Verein mit Stipendien zu einer Ausbildung verhelfen.

Seit 2013 bilden die beiden junge Leute für den industriellenAufschwung des Landes aus und unterweisen Lehrer an der Technik aus Deutschland. Im Landesinneren, praktisch im Dschungel in der Nähe des Irrawaddy-Flusses, sind sie die einzigen Ausländer und sorgen mit ihrer hellen Hautfarbe für Faszination und Hoffnung.

Myanmar zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Es herrscht akuter Ärzte- und Lehrermangel. Schulen kosten Geld. Eine gute Ausbildung bedeutet für die Menschen einen Ausweg aus ihrer bitteren Armut. Christian Ide hat die Not der Menschen erkannt und hilft, wo er kann.

Fünf jungen Menschen hat er gerade mit einem Stipendium ein Jahr Studium ermöglicht. Finanziert wurde das Studiengeld durch den Verein SFS (Save the Families Souls), der auf Initiative von Christians Vater, Fritz Ide, 2010 gegründet wurde. Der gemeinnützige Fritzlarer Verein hat die Zielsetzung, aus christlicher Nächstenliebe hilfsbedürftigen Familien ohne Rücksicht auf religiöse und politische Bindung zu helfen.

Für Armutsminderungsprojekte wie den Bau von Schulen und Bewässerungsanlagen, Behelfswohnungen für Flutopfer, Kinderhilfe sowie Stipendien für Schüler und Studenten wurden seit 2010 etwa 54.700 Euro eingesetzt. Der Vereinsvorstand ist ehrenamtlich tätig.

Aus seiner langjährigen Erfahrung in Vietnam weiß dieser genau wo geholfen werden muss. Es sind die Kinder, die ihm besonders am Herzen liegen. Sie können nicht zur Schule gehen, weil sie für den wirtschaftlichen Unterhalt der Familien mit sorgen müssen. Doch aus der Armutsspirale heraus hilft nur Bildung. Sie ist der Schlüssel zu einem besseren Leben. „Dafür müssen Grundlagen geschaffen werden“, meint Christian Ide: „Es gibt da noch viel zu tun und jeder Euro ist gut investiert“, merkt der Entwicklungshelfer aus Werkel an.

Verein benötigt weiter Spenden 

„Jeder Spenden-Euro kommt direkt dort an, wo er gebraucht wird“, erklärt Fritz Ide den unbürokratischen Ablauf und Einsatz des Vereins „Save the Families Souls“ (SFS). Sein Sohn Christian sorgt in Abstimmung mit offiziellen Stellen vor Ort für die richtige Verwendung. Spendenkonto: Save the Families Souls e.V. Fritzlar, IBAN: DE 39 5205 2154 0110 0212 28; BIC: HELADEF1MEG

Eine Ausstellung mit Bildern von Myanmar wird ab 12. März bis Anfang April 2015 in der Kreissparkasse in Ziegenhain zu sehen sein.

Quelle: HNA

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