Christiane Krause ist neue Geschäftsführerin des Starthilfe-Ausbildungsverbundes

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Nahtloser Übergang: Christiane Krause (rechts) ist die Nachfolgerin von Elke Junger als Geschäftsführerin des Starthilfe Ausbildungsverbundes.

Schwalm-Eder. Mit drei Mitarbeitern, die sich um 15 Auszubildende kümmerten, begann 1985 der Starthilfe Ausbildungsverbund mit seiner Arbeit.

Heute sind bei dem gemeinnützigen Verein, der vom Landkreis und den Städten und Gemeinden getragen wird, 117 Menschen beschäftigt - 72 davon mit Vollzeitstellen. Zwischen 900 und 1.000 Jugendliche werden betreut.

Der Verein unterstützt schulisch und sozial benachteiligte Schulabgänger, jugendliche Langzeitarbeitslose bei und Migranten in der Ausbildung und bei dem Start in den Beruf.

Von Anfang an dabei war Elke Junger. Nach 31 Jahren schied die Geschäftsführerin des Starthilfe Ausbildungsverbundes jetzt aus. Mit 63 Jahren ging die Hombergerin in den Ruhestand.

Aus dem eigenen Hause 

Ihre Nachfolgerin wurde Christiane Krause. Auch die 44-Jährige, die aus Knüllwald stammt, kennt den Betrieb bis in alle Verästelungen. Seit 1998, mit einer kurzen Unterbrechung, ist die Diplom-Sozialpädagogin bei der Starthilfe beschäftigt, davon acht Jahre als Abteilungsleiterin.

Dass der Ausbildungsverbund noch heute als starker Partner unter den Bildungsträgern im Schwalm-Eder Kreis agieren könne, sei ein ganz entscheidender Verdienst von Elke Junger, sagte Landrat Winfried Becker bei der Verabschiedung der langjährigen Geschäftsführerin. Der Landrat ist Vorsitzender des Trägervereins. Becker sagte: „Ohne die Ideen von Elke Junger und ihre Fähigkeit, sich hervorragend zu vernetzen, stets flexibel auf neue Anforderungen der Auftraggeber zu reagieren, hätte sich der Ausbildungsverbund nicht so etablieren können.“

7.000 Essen für Schulen und Kindergärten 

Wie vielfältig die Aufgaben der Starthilfe inzwischen sind, erläuterten Christiane Krause und Verwaltungsleiterin Dagmar Schwedler:

• Aktuell sind 60 Auszubildende beim Starthilfe Ausbildungsverbund angestellt. Zwei Drittel ihrer Ausbildung absolvieren sie in einem Kooperationsbetrieb, ein Drittel bei der Starthilfe. Für die Betriebe entstehen keine Kosten, Voraussetzung ist aber, dass es sich um zusätzliche Ausbildungsplätze handelt. Finanziert wird die Ausbildung durch die Agentur für Arbeit und das Jobcenter. Die Starthilfe selbst bildet in den Bereichen Gastronomie sowie Handel und Logistik aus.

• 160 Jugendliche werden in ihrer Ausbildung begleitet. Sie befinden sich in einem Betrieb in der Lehre und erhalten Stütz- und Förderunterricht, insbesondere im fachtheoretischen Bereich. Angeboten wird aber auch eine pädagogische Unterstützung. Die Kosten übernimmt die Agentur für Arbeit.

• 100 Jugendliche nehmen an der Berufsvorbereitung teil. Hier geht es um Hilfen bei der Berufswahl und Unterstützung beim Übergang von der Schule zum Beruf. Finanziert wird das von der Agentur für Arbeit und dem Land Hessen.

• Der Ausbildungsverbund betreibt die Kantine in der Kreisverwaltung, das Ausbildungsrestaurant in der Homberger Untergasse, eine Lehrküche in Borken sowie das „Lädchen für alles“ in Borken-Kleinenglis.

• Unter anderem werden 7.000 Essen pro Monat an Schulkantinen und Kindergärten geliefert.

• Die 19 Schulsozialarbeiter, die im Schwalm-Eder-Kreis tätig sind, sind bei der Starthilfe angestellt. Sie werden vom Schwalm-Eder-Kreis und vom Land bezahlt.

• In Zusammenarbeit mit Schulen kümmert sich die Starthilfe um die Eingliederung junger Flüchtlinge und unterstützt sie bei der Berufsvorbereitung.

• Junge Frauen, insbesondere Alleinerziehende, werden unterstützt bei der Rückkehr in den Beruf. Mitarbeiter der Starthilfe suchen die Menschen zu Hause auf und bieten Hilfe an.

• Im nördlichen Schwalm-Eder-Kreis kümmert sich die Starthilfe auch um so genannte Arbeitsgelegenheiten (früher Ein-Euro-Job). 100 Menschen, darunter etwa zwei Drittel Flüchtlinge, die unterstützende Tätigkeiten in Bauhöfen und Kindergärten leisten, werden betreut.

• Die Starthilfe hat einen Etat von 4,5 Millionen Euro. Die Aufträge bei den ausbildungs- und berufsbegleitenden Hilfen fallen nicht automatisch der Starthilfe zu, sondern werden ausgeschrieben. Der Ausbildungsverbund muss Angebote abgeben.

Die Dauer der Programme sei leider kurz, etwa zwei bis drei Jahre, bedauert Christiane Krause. „Das geht zu Lasten der Kontinuität“, sagt sie. Dennoch sei es gelungen, den Stamm der Mitarbeiter über Jahre zu halten.

Quelle: HNA

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