Vereinsleben

Chronik über 100 Jahre Turn- und Sportverein Röllshausen

Sind stolz auf die neue Chronik: von links Konrad Selentschik, Kurt Hoos und Hans Roth.
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Sind stolz auf die neue Chronik: von links Konrad Selentschik, Kurt Hoos und Hans Roth.

Der Ball brachte alles ins Rollen. Der Turn- und Sportverein Röllshausen legt zum 100-jährigen Bestehen eine Chronik vor.

Röllshausen – „Die Entscheidungen über das, was im Werk über die 100-jährige Geschichte des Sportvereins einen Platz finden soll, waren das Schwierigste im gesamten Entstehungsprozess der Chronik“, sagen Konrad Selentschik, Kurt Hoos und Hans Roth, die gemeinsam die Geschichte des Turn- und Sportvereins Röllshausen zusammentragen haben.

Fußball

Auf 70 mit vielen Farbfotos versehenen Seiten wird die Entwicklung des Vereins, der seine Ursprünge 1919 durch einem aus dem Siegerland mitgebrachten Fußball hat, anschaulich dargestellt. Der erste Ball brachte die Geschichte des Vereins sprichwörtlich ins Rollen, wenngleich die Anfangsjahre noch von sehr spontanem, eher unorganisiertem Sportgeschehen geprägt waren. Ein regelgerechtes Fußballspielen musste erst erlernt werden und die heute üblichen Punktspiele kannte man nicht. Man traf sich auf irgendeiner frisch gemähten Wiese mit einer Mannschaft eines Nachbardorfes und spielte.

Die Vereinsfarben waren mit gelb-schwarz festgelegt, doch Fußballschuhe kannte man noch lange nicht. Die Fußballer von einst trugen Pinnschuhe: Schuhe, die von örtlichen Schustern mit Eisennägeln beschlagen worden waren. 1925 gab es einen neuen hochwertigen Fußball aus Amerika. Ein ausgewanderter Onkel der Familie Claus Schade schickte seinen Neffen einen Fußball, den er für fünf Dollar in New York gekauft hatte.

Turnen

Nachdem mit Fußball der Grundstein des Vereins gelegt worden war, kam Ende der 1920er-Jahre eine Turnabteilung hinzu. Man turnte im ehemaligen Raiffeisenlager, schaffte erste, teure Turngeräte an und 1932 erhielt der Verein auch eine wertvolle Vereinsfahne, deren Weihe mit einem großen Festumzug gefeiert wurde. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges endeten die Sportaktivitäten und auch nach dem Krieg war der Sportbetrieb von den Amerikanern zunächst verboten worden. 1946 kam es dann zur Neugründung unter dem Namen „Verein für Leibesübungen“, wie es die Vorschriften der Besatzungsmacht wünschten. 1952 kehrte man wieder zur ursprünglichen Vereinsbezeichnung Turn- und Sportverein zurück.

Das erste Foto stammt aus 1927 und zeigt links die Sportler des Tuspo Röllshausen, rechts die des VfB Schrecksbach. (Repro)

Erfolge

Fortan konnte der Spielbetrieb wachsen. Das Vereinsbudget war oftmals knapp. Die Zeit um das 50-jährige Bestehen war von vielen sportlichen Erfolgen gekrönt und 1971 gewann Röllshausen erstmalig den begehrten Schwalm-Pokal, 1972 stieg die Mannschaft gar in die dritthöchste hessische Fußballliga auf. 1996/1997 und 1997/1988 konnte man den Kreispokal gewinnen.

Sparten

Ende der 70er-Jahre gründeten sich neue Sparten wie Gymnastik und Tischtennis im Verein. Die Gymnastikabteilung kann im Sommer ihr 50-jähriges Bestehen feiern. 1998 gründete sich zudem eine Badmintonabteilung, die jedoch nicht allzu lange Bestand hatte. Bis 1982 gab es keine Umkleidemöglichkeiten am Sportplatz und man nutzte Schule und Vereinslokal. Nachdem 1982 dann die Umkleiden errichtet waren, kam Mitte der 90er-Jahre auch ein Vereinsheim hinzu. 2020/2021 wurden die baulichen Anlagen noch um ein Multifunktionsgebäude für Pflege- und Trainingsgeräte ergänzt.

Vereinsleben

„Das Vereinsgeschehen war immer durch viel Geselligkeit geprägt. Die Sportwochenenden und Karneval sorgten für zusätzliche Einnahmen in der Vereinskasse. In der Coronazeit wurde allen bewusst, was ohne Sportgeschehen so alles fehlt, erklärt Vorsitzender Kurt Hoos, der sich freut, das es keine nennenswerte Vereinsaustritte während der Pandemie gab. „Die Mitglieder haben weiterhin die Treue gehalten“, sagt Hans Roth. In der Chronik finden sich Fotos besonderer Ereignisse und beachtenswerte Zeitungsberichte. Selbst Feiern zum 100-jährigen Bestehen wurden schon dokumentiert. „Bis zum Jubiläum war die Fertigstellung des Werkes nicht zu schaffen. Gerade die Datenlage vor dem Krieg war dünn und die Recherche aufwändig“, sagt Konrad Selentschik, der selbst beim ältesten Vereinsmitglied, dem 99-jährigen Georg Schäfer, noch einige Details zur Vereinsgeschichte erfragt hat. (Regina Ziegler-Dörhöfer)

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