Frenetischer Jubel im Kulturzelt - Immer wieder Dialog mit Besuchern gesucht

Comedy vom Kleinsten: Bernhard Hoecker im Kulturzelt

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Kleiner Comedian ganz groß: Bernhard Hoecker brachte 500 Zuschauer schnell auf seine Seite.

Wolfhagen. „Mögen die Ketzer verstummen, die Wolfhagen für ein Kuhdorf am Ende der Welt halten.“ Schon bei seiner Begrüßung hat Bernhard Hoecker die 500 Gäste im Kulturzelt Wolfhagen auf seiner Seite.

Und als der Comedian mit einem fröhlichen „Netthamseshier“ sowohl Lob als auch den gleichnamigen Titel seiner Show verkündet, erntet er bereits am Anfang der zweistündigen Veranstaltung frenetischen Applaus. Die kurz zuvor von Kultur-Zelt-Chef Wolfgang Frey angekündigte Comedy vom Kleinsten kommt an beim Wolfhager Publikum.

Offensichtlich auch, weil er dieses ständig in sein Bühnenprogramm mit einbezieht. Immer wieder sucht er den Dialog mit den Zuschauern, erkundigt sich nach Beruf, Herkunft oder Hobby und legt mit Hilfe des Technikers einen Facebook-Account an. Natürlich basierend auf den Informationen, die er zuvor erfragt hat. Und so bereichert er am Ende das „Gesichtsbuch“ um das Nutzerkonto „Herbert hat Bereitschaft“. Reinhard Schaake wird dabei die Ehre zuteil, den ultimativ ersten Satz zu posten. „Unser Kulturzelt jetzt hier in Wolfhagen besuchen“- der Vorschlag des Bürgermeisters wird prompt in das Profil übernommen, ebenso wie das kurz zuvor entstandene Foto des gut gefüllten Kulturzelts.

Für Begeisterung unter den Gästen sorgen auch Hoeckers detailverliebte Schilderungen eines Treffens mit der finnischen Metal-Band Nightwish. Beim lang ersehnten Aufeinandertreffen fehlt die Sängerin. „Dabei hätte ich gern ihre glockenklare Stimme gehört und noch lieber ihre hautenge Ledercorsage berührt.“ Und weil auch die übrigen Bandmitglieder nicht auf Hoecker und sein Wochen zuvor einstudiertes finnisch vorgetragenes „Hey“ reagieren, revanchiert er sich mit einem wütend ins Mikrofon gebrüllten Meet-and-Greet-Song.

Ricardo und Chantalle

Musikalisch auf den aktuellen Stand bringt er zudem die Geschichte von Hänsel und Gretel, die als Ricardo und Chantalle dank einer Vogelspinne in der Jukka-Palme um ihr Leben fürchten müssen. Die Namen der Protagonisten hat er vom Kulturzelt-Publikum übernommen. Denn Hoecker redet gern mit Leuten, improvisiert und merkt sich jede Antwort, um später unerwartet darauf zurückzukommen. Egal, ob er dabei philosophische Betrachtungen zur Evolution, zur Temperatur in Himmel und Hölle oder zum fliegenden Spaghetti-Monster anstellt. Und auch wenn es im zweistündigen Diskurs bisweilen mächtig kalauert - die Gäste im Kulturzelt nehmen das dem Schnellsprecher nicht übel. Im Gegenteil. Der lang anhaltenden Beifall am Ende der Veranstaltung belegt, was wohl alle vom Programm mit Bernhard Hoecker denken: Nettwarsmitdir.

Von Martina Sommerlade

Quelle: HNA

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