Zornige Vögel statt Elche

Comenius-Programm: Jugendliche verbrachten Woche in Finnland

Spangenberg. Auf Skiern oder mit dem Schlitten zur Schule - in Finnland ist das ganz normal. Für sechs Siebtklässler der Spangenberger Burgsitzschule war es eine außergewöhnliche Erfahrung. "Die Schüler stellen ihre Skier einfach vor der Schule ab, die klaut niemand", erzählt Joshua Trumpik. "

Und überall gibt es Anbindeplätze für die Schlitten." Der 12-Jährige und seine fünf Mitschüler Lea Thein, Inga Hafer, Fionn Kraft, Marcel Lubnour und Lukas Siebold haben eine Woche im finnischen Städtchen Kangasala verbracht.

Die Schüler der bilingualen Klasse 7b an der Burgsitzschule sind Teilnehmer des EU-Programms Comenius, das die Begegnung von Schülern aus verschiedenen europäischen Ländern fördert.

Zuletzt waren einige Jugendliche aus der Klasse im spanischen Barcelona zu Gast (die HNA berichtete), im Mai geht es für eine andere Gruppe nach Budapest (Ungarn) und Kosice (Slowakei).

In Finnland waren außer den Spangenbergern auch Schüler aus Spanien, Ungarn, England und der Slowakei dabei. Die Schüler arbeiteten in Gruppen zusammen, in denen aus jedem Land ein Vertreter saß. "Unsere Schüler waren sehr mutig, sie haben bei der Gruppenarbeit oft die Initiative ergriffen", lobt Wilfried Brietzke, pädagogischer Leiter der Burgsitzschule. Er betreut das Comenius-Projekt zusammen mit seiner Kollegin Annette Stein.

Die Verständigung klappte gut: "Fast alle haben gut englisch gesprochen, einige sogar deutsch", sagt Lea Thein. Die 13-Jährige war beeindruckt von dem Besuch in einer Klasse mit behinderten Kindern an der finnischen Schule. "Nur weil jemand eine Behinderung hat, sollte man ihn nicht ausschließen", findet sie.

Nur zwölf Kilometer von Kangasala liegt Tampere. Diese Stadt war für die Jungen und Mädchen vor allem aus einem Grund interessant: "Das ist eine richtige Gaming-Stadt", sagt Marcel Lubnour. In Tampere wurden viele Computerspiele entwickelt, darunter das bekannte "Angry Birds" (Zornige Vögel) . Die Jugendlichen lernten sogar den Entwickler des Spiels kennen. "Er hat uns erzählt, dass das Spiel erfunden wurde, um Schülern Mathe und Physik beizubringen", erinnert sich Marcel.

Ungewöhnliche Lernmethoden haben die Spangenberger auch an anderer Stelle kennengelernt: Im Business Corporation Village , in dem finnische Schüler einen Tag lang einen Beruf ausprobieren können. Sie bekommen ein Gehalt und müssen davon auch Steuern zahlen. Das fanden auch die deutschen Schüler spannend. "In Finnland wird viel mit den Händen gearbeitet", hat Inga Hafer festgestellt.

Gewöhnungsbedürftig für die Spangenberger war, dass die Finnen sehr viele Mahlzeiten haben: "In meiner Gastfamilie gab es fünf Mal am Tag Essen", sagt Lukas Siebold. Und geschmeckt hat das Essen auch nicht immer. Aber das sah seine Gastfamilie zum Glück ganz entspannt, erzählt Lukas: "Sie haben gesagt, wenn ich irgendwas nicht mag, soll ich es einfach dem Hund geben."

Insgesamt sind die Schüler begeistert von ihrem Finnland-Besuch. Nur eines hat Fionn Kraft etwas enttäuscht: "Wir haben keinen Elch gesehen." Aber immerhin frische Elchspuren im Schnee.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare