Computerkurs der anderen Art: Schülern helfen Senioren

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So geht’s: Von Nico Weber (15) lernt Ingrid Kretschmer (69), mit ihrem zuvor ungenutzten Laptop umzugehen.

Homberg. Ein ungewöhnlicher Computerkurs findet mittwochs in der Erich-Kästner-Schule (EKS) in Homberg statt. Beim Kurs werden Senioren wieder zu Schülern - und Jugendliche aus der neunten und zehnten Klasse zu ihren Lehrern.

Seit 25 Jahren gibt es die Homberger Seniorenarbeit. Das Projekt „Alt hilft Jung und Jung hilft Alt“ war eines der ersten Angebote, berichtet der Vorsitzende des Seniorenbeirats Heinz Engelhardt. Auch der Kurs „Senioren ans Netz!“ ist seit einigen Jahren Teil des Programms. Mindestens einmal jährlich findet der sechswöchige Kurs statt.

Und das mit großem Erfolg. In Teams arbeiten jeweils ein Schüler und ein Senior eigenständig zusammen. Viele der älteren Teilnehmer haben spezielle Fragen, andere wollen einfach nur lernen, mit Computer und Co. umzugehen.

So bringt Julia Madleen Klesse (16) zum Beispiel Eva Marie Semper (65) bei, wie man mit Computertastatur und Schreibprogramm umgeht. Ingrid Kretschmer (69) hat ihren eigenen Laptop mitgebracht. Vor dem Kurs wusste sie nichts mit dem Gerät anzufangen, doch nun erklärt Nico Weber (15) ihr die Programme und Funktionen.

Richard Mühlnickel (73) hat sich sogar kurz nach Kursbeginn einen Laptop zugelegt. Johannes Hellwig (15) macht das Arbeiten mit ihm Spaß. Mühlnickel habe viel Grundwissen, Neues begreife er sehr schnell, sagt der junge Lehrer. Nur bei Kleinigkeiten, wie dem Umgang mit einem USB-Stick und Update-Problemen, müsse er noch helfen, erklärt der Schüler. „Bei sowas hilft auch keine Fachzeitschrift“, sagt Mühlnickel und lacht.

Engelhardt ist sich sicher, dass es auch für ältere Menschen entscheidend ist, den Umgang mit Computer und Internet zu lernen. „Aber vor allem ist es wichtig, eine Verbindung zwischen Jüngeren und Älteren zu schaffen“, ergänzt er. Durch das Projekt entstünden oft Freundschaften, man helfe sich auch noch nach Kursende.

Ute Daum, die den Kurs betreut, schätzt das Konzept. Sie weiß, dass die Schüler viel aus dem Angebot mitnehmen können. „Die Jugendlichen nehmen sich wirklich Zeit“, beobachtet sie. Zudem gewännen die Schüler durch das Unterrichten an Selbstbewusstsein. An der EKS wird der Kurs als Wahlpflichtunterricht angeboten.

Von Marie-Luise Müller

Quelle: HNA

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