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Omikron-Welle: Inzidenz in Frankfurt über 1000 – die aktuelle Situation in der Mainstadt

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Von: Isabel Wetzel

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Der Messeturm steht zwischen den Lichtern der anderen Hoch- und Wohnhäuser in Frankfurt.
Die Corona-Lage spitzt sich weiter zu. Frankfurt hat aktuell bundesweit eine der höchsten Inzidenzen. © Frank Rumpenhorst/dpa

Die Omikron-Welle hat Frankfurt mit voller Wucht getroffen. Die Corona-Inzidenz liegt bereits mehrere Tage über 1000. Nur wenige Städte in Deutschland sind noch stärker betroffen.

Frankfurt – Die Corona-Zahlen in Frankfurt* sind so hoch wie nie: Am Montag (17.01.2022) meldete das Robert Koch-Institut (RKI) erstmals seit Beginn der Pandemie eine Sieben-Tage-Inzidenz von über 1000 in der Mainmetropole. Seit Anfang Januar wird immer deutlicher, dass die Omikron-Welle Frankfurt voll erwischt hat. „Studien zeigen, dass sich Omikron wesentlich schneller verbreitet als die Delta-Variante des Virus“, teilte eine Sprecherin des Gesundheitsamts bereits in der vergangenen Woche mit.

Innerhalb weniger Tage explodierten die Fallzahlen, die Inzidenz erreicht ständig neue Höchstwerte. Lag der Wert am ersten Montag des Jahres (03.01.2022) noch bei knapp 300, kletterte er innerhalb einer Woche auf rund 650 und schließlich auf 1060 am 17.01.2022. Es gab laut Gesundheitsamt aber keine größeren Ausbrüche in der Stadt, das Infektionsgeschehen sei „diffus“.

TagInzidenz
Montag, 3. Januar 2022300,1
Montag, 10. Januar 2022653,4
Montag, 17. Januar 20221060,1
Quelle: Gesundheitsamt Frankfurt

Corona-Hotspot: Wo steht Frankfurt im bundesweiten Vergleich?

Die Situation ist allerdings nicht nur in Frankfurt angespannt. In ganz Deutschland schnellen die Infektionszahlen seit Jahresbeginn wieder in die Höhe. Insgesamt 20 der 26 Stadt- und Landkreise in Hessen* liegen bereits über einer Inzidenz von 500, bis auf den Werra-Meißner-Kreis (273,9) liegen alle über der Hotspot-Grenze von 350. Deutschlandweit liegen am Donnerstag (20.01.2022) bereits 25 Stadt- und Landkreise über einer Inzidenz von 1000. Seit Mittwoch (19.01.2022) ist auch die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden darunter, seit Donnerstag auch der Hochtaunuskreis und Darmstadt. .

Besonders betroffen ist derzeit die Bundeshauptstadt Berlin. Schon sieben der zwölf Berliner Stadtbezirke liegen bei der Sieben-Tage-Inzidenz über 1000. Berlin-Mitte sogar bereits über 2000. Außerdem liegen Bremen (Bremen), Potsdam (Brandenburg), Wiesbaden (Hessen) und Delmenhorst (Niedersachsen) im bundesweiten Vergleich noch vor Frankfurt. Das sind aktuell die Kreise mit den höchsten Inzidenzen in Deutschland:

Stadt-/LandkreisInzidenz (Stand: 20.01.2022)
1.Berlin Mitte2286,0
2.Berlin Neukölln1621,9
3.Berlin Friedrichshain-Kreuzberg1502,5
4.Delmenhorst (Niedersachsen)1407,7
5.Berlin Spendau1407,0
6.Bremen (Bremen)1359,8
7.Potsdam (Brandenburg)1233,9
8.Wiesbaden (Hessen)1132,1
9.Frankfurt am Main1119,4
10.Landkreis Segeberg (Schleswig-Holstein)1114,7
11.Bonn (Nordrhein-Westfalen)1096,9
12.Berlin Pankow1088,4
13.Hamburg (Hamburg)1083,6
14.Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf1083,4
15.Kiel (Schleswig-Holstein)1082,7

Inzidenz in Frankfurt steigt über 1000: Kommt ein erneuter Lockdown?

In Bayern wurde bereits Ende November 2021 für Regionen mit einer Inzidenz über 1000 ein erneuter Lockdown beschlossen. Erst seit Montag (17.01.2022) gelten in Hessen wegen Omikron verschärfte Corona-Regeln*, die zwar vor allem die Gastronomie betreffen, aber weiterhin keinen vollständigen Lockdown vorsehen.

Einzig die Hotspot-Regelung der Hessischen Corona-Verordnung sieht strengere Maßnahmen für besonders betroffene Kommunen vor. Die gilt allerdings bereits ab einer Inzidenz von 350 und ist in Frankfurt längst in Kraft*.

Maßnahmen, die über die Landesverordnung von Hessen hinausgehen, möchte Frankfurt aktuell nicht ergreifen. „Unabhängig von einer entsprechenden Landesverordnung ist ein solches Vorgehen in Frankfurt derzeit nicht geplant“, sagte eine Sprecherin der Stadt vergangene Woche auf Nachfrage zu einem möglichen Lockdown in Frankfurt. Zwar bewerte der Corona-Krisenstab der Stadt täglich die Lage, überwiegend sehe man bei den derzeitigen Corona-Infektionen aber milde Verläufe. Daher seien derzeit „keine Verschärfungen geplant“.

Corona-Lage in Frankfurt: Die Situation in den Krankenhäusern bleibt überschaubar

Das bestätigen auch die aktuellen Zahlen des DIVI-Intensivregisters. Auf den Intensivstationen der Frankfurter Krankenhäuser wurden nach Angaben der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) am Donnerstag (20.01.2022) 35 Patienten mit Covid-19 versorgt, das entspricht etwa 13,2 Prozent aller belegten Betten. Acht der Covid-Patienten müssen den Angaben zufolge derzeit beatmet werden.

Verfügbare Intensivbetten in Frankfurt (gesamt)265
Betten belegt234
Betten frei31
Covid-19-Fälle auf Frankfurter Intensivstationen35
Anteil der Corona-Patienten an der Gesamtzahl der Betten13,2 Prozent
Hospitalisierungsinzidenz Hessen3,72
Quelle: DIVI-Intensivregister/Sozialministerium (Stand: 17.01.2022)

Das Sozialministerium meldete am Donnerstag (19.01.2022) eine Hospitalisierungsinzidenz von 3,16. Der wichtige Wert zur Einschätzung der Corona-Lage* gibt an, wie viele Covid-19-Patienten pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner innerhalb von sieben Tagen in den Kliniken aufgenommen werden. Vor einer Woche (12.01.2022) hatte der Wert noch 3,18 betragen.

Corona Frankfurt: Mehr Infektionen in Schulen und Kitas

Dennoch bereiten die enorm hohen Infektionszahlen in Frankfurt Sorge. Vor diesem Hintergrund hat sich nach Angaben der Stadt nämlich auch die Situation in den Schulen und Kitas der Stadt verschärft. Seit dem Ende der Weihnachtsferien in Hessen würden deutlich mehr Corona-Fälle gemeldet als noch vor Weihnachten. Während in der Woche vor den Ferien noch 490 Meldungen aus den Schulen eingingen und 95 aus den Kitas, waren es in der Woche vom 10. bis zum 15. Januar bereits 1119 Meldungen aus den Schulen und 324 Meldungen aus den Kitas.

Das Gesundheitsamt erklärt sich die steigende Zahl einerseits durch das allgemeine Infektionsgeschehen in der Stadt und andererseits durch vermehrte Corona-Schnelltests*, die in den Schulen durchgeführt werden.

Corona-Inzidenz in Frankfurt über 1000: Bundeswehr unterstützt bei Kontaktverfolgung

Zur Kontaktverfolgung hat die Stadt Frankfurt zudem wieder Unterstützung bei der Bundeswehr angefordert. „Die Omikron-Welle hat unsere Stadt mit voller Wucht erfasst. Der steile Anstieg bei den Neuinfektionen macht mir große Sorgen. In dieser Situation können wir jede Hilfe gebrauchen“, erklärte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) in einer Mitteilung am Freitag (14.01.2022). 20 Soldatinnen und Soldaten werden das Gesundheitsamt der Stadt bis mindestens zum 26. Januar bei der Arbeit unterstützen. (iwe) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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