Sparkurs in der Corona-Krise

Stellenabbau: Lufthansa entlässt noch mehr Mitarbeiter als geplant

Neben den bereits angekündigten 22.000 Stellen stehen bei der Lufthansa weitere 5000 Jobs zur Disposition. Foto:
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Neben den bereits angekündigten 22.000 Stellen stehen bei der Lufthansa weitere 5000 Jobs zur Disposition.

Die Lufthansa streicht Stellen – mehr als geplant. Aber nicht nur Mitarbeiter werden entlassen, auch die Flugzeug-Flotte wird reduziert.

  • Die Reisebeschränkung durch die Corona-Pandemie wirkt sich auf die Lufthansa aus
  • Passagierzahlen nehmen ab, die Nachfrage ist schwach
  • Nun muss der Konzern weitere Mitarbeiter entlassen

Frankfurt - Der staatlich gestützte Konzern Lufthansa entlässt mehr Mitarbeiter, als ursprünglich geplant. Grund ist die anhaltende Reisebeschränkung und die schwache Nachfrage durch die Coronavirus-Pandemie. Die Pandemie hat zuletzt für eine immer weiter schrumpfende Passagierzahlen gesorgt.

Aktuell verliere die Lufthansa im Monat 500 Millionen Euro, teilt der Konzern in einer Mitteilung mit. Nun ist auch die Sommerzeit wieder zu Ende, Buchungen gingen weiter zurück, nachdem sich über den Sommer kurz eine leichte Erholungstendenz gezeigt hätte. Daher würden Jobs und Flugzeuge gestrichen werden. Eigentlich wollte der Konzern bis Jahresende 50 Prozent des Vor-Corona-Niveaus fahren. Mit Blick auf den aktuellen Trend würde die Lufthansa aber nur etwa 20 bis 30 Prozent erreichen, so die Lufthansa.

Die Zahl der Vollzeitstellen, die der Konzern einsparen will, steigt nun. Das erklärte der Vorstand der Lufthansa nach Angaben der Deutschen Presse Agentur (dpa). Eine genaue Zahl nannte er nicht. 22.000 Mitarbeiter sollten ursprünglich entlassen werden, Insider gehen von 5.000 weiteren aus, so die dpa. Der Konzern wolle zudem jede fünfte Leitungsposition einsparen und in Deutschland 30 Prozent weniger Bürofläche anbieten.

Lufthansa: Nicht nur Stellen werden gestrichen, sondern auch Flugzeuge

Sogar ihre Flugzeugflotte muss die Lufthansa höher reduzieren– ebenfalls mehr als ursprünglich geplant. Mindestens 150 Flugzeuge aus der Flotte sollen in den nächsten Jahren dauerhaft stillgelegt werden, schreibt der Konzern in einer Mitteilung. Eigentlich sollten 100 Flugzeuge aus der einst 760 Jet starken Konzernflotte nicht mehr starten. Damit würden zudem weniger Piloten und Flugbegleiter gebraucht.

Bereits um Frühjahr wurden sechs Maschinen des Typs Airbus A380 dauerhaft stillgelegt. Nun werden die acht verbliebenen dieses Typs sowie zehn weitere Großraumflugzeuge aus dem Betrieb genommen. Im Falle einer unerwarteten Markterholen würden diese Flugzeuge aber wieder in Betrieb genommen werden können, so der Konzern.

Verdi kritisiert die Lufthansa: „Zukunftsweisende Konzepte fehlen“

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kritisiert laut afp das Vorgehen der Lufthansa scharf. „Allen ist klar, dass es ohne Einschnitte in der Lufthansa nicht weitergeht. Doch es ist auch klar, dass weiterhin zukunftsweisende Konzepte fehlen“, sagt Mira Neumaier, Verdi-Fachgruppenleiterin Luftverkehr. 

Das Unternehemen könne alleine durch die Einsparung von Jobs nicht gerettet werden. Die Lufthansa müsse zudem  Perspektiven zum sozialverträglichen Arbeitsplatzabbau in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern aufzeigen, heißt es. Verhandlungen über ein Krisenpaket haben die Lufthansa und Verdi vergangenen Monat abgebrochen.

Immerhin mit den Flugbegleitern und Piloten einigten sich die Parteien auf ein Sparpaket: Bis Ende März soll es hier keine Kündigungen geben. Für die Flugbegleiter ist zudem ein vierjähriger Kündigungsschutz enthalten. Die Lufthansa hatte von der Bundesregierung ein milliardenschweres Hilfspaket erhalten.

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