Sein Traum ist zerplatzt

Caßdorfer Lehrer sitzt in Peru fest

Norbert Hajek 
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Geschlossene Läden: Norbert Hajek sitzt derzeit in Arequiba in Peru fest, wo er als Lehrer in einer deutschen Schule arbeiten wollte.

Während in Deutschland eine Hiobsbotschaft nach der anderen kommt, ist der Caßdorfer Norbert Hajek unter ganz anderen Umständen von den Auswirkungen der Pandemie betroffen: Der 68-Jährige sitzt in Arequipa in Peru fest und kann nicht nach Hause reisen. Die Grenzen sind geschlossen, der Flugverkehr ist eingestellt, angekündigte Rückholtermine werden immer wieder abgesagt.

Hajek ist Lehrer im Ruhestand. Der Caßdorfer ist erst seit Februar in Peru, um an einer deutschen Schule Kunst zu unterrichten. Zusammen mit seiner Tochter Marlena Hajek (33), die dort einige Wochen Urlaub geplant hatte, machte er sich auf den Weg nach Arequiba. Seine Tochter sitzt nun ebenfalls fest, allerdings im nördlichen Iquitos – fünf Flugstunden von ihrem Vater entfernt.

Coronakrise: Flugverkehr in Peru eingestellt

Da der Flugverkehr eingestellt wurde, können sich Vater und Tochter nicht wie geplant treffen. Die Tochter befinde sich in einem Camp, das bald schließt. „Wo sie dann unterkommt, ist bislang ungewiss“, sagt Hajek. Das mache ihm Sorge, im Camp sei sie einigermaßen geschützt gewesen.

Die Bemühungen der Bundesregierung, die Reisenden zurückzuholen, gestalteten sich als zähe Verhandlungsarbeit mit den peruanischen Behörden, sagt Hajek. Alle ein bis zwei Tage erreiche ihn eine Nachricht der Botschaft, dass ein in Aussicht gestellter Rückholflug gescheitert sei. Dieses Auf und Ab zehre an den Nerven.

Caßdorfer Lehrer wollte Arbeit mit Reisen verbinden

Hajek hat bereits an einigen deutschen Privatschulen im Ausland unterrichtet. Auf diese Art verband er das Nützliche mit dem Angenehmen. Südamerika, speziell Peru zu bereisen, sei noch ein Traum gewesen, sagt er. Doch dieses Mal sei daraus eine riesige Enttäuschung geworden. Bereits am sechsten Tag nach seiner Ankunft wurde die Schule geschlossen. Der Unterricht erfolgt seitdem per Internet. Die Privatschule sei abhängig vom Schulgeld. Er selbst habe nicht einmal ein erstes Gehalt erhalten.

Seitdem eine Ausgangssperre verhängt wurde, sitzt Hajek in seinem Ressort fest. Reisen ist nicht mehr möglich. Er sei angemessen und sicher untergebracht, habe Kontakt zu einer Familie, die dort ebenfalls wohne. Viel gesehen hat Hajek von Peru nicht: Ihm war es lediglich möglich, einen Teil von Arequipa zu besichtigen, das in der Nähe des Titicacasees liegt. In der Stadt selbst herrsche Chaos. Straßenhändler verloren ihren Arbeitsplatz, lebten ohnehin von der Hand in den Mund. Nun vertreibe sie die Polizei von ihren Plätzen. Wer Widerstand leiste, werde 24 Stunden inhaftiert. Das sei eine Menge sozialer Sprengstoff, findet Hajek.

Coronakrise in Peru: Lehrer und Tochter müssten ausharren

Für ihn und seine Tochter heißt es indes weiter ausharren. In der vergangenen Woche wurden die ersten Deutschen aus Lima ausgeflogen. Der 68-Jährige und seine Tochter stünden aber immerhin auf der Liste derer, die sich Hoffnung auf eine baldige Rückkehr nach Deutschland machen könnten.

Quelle: HNA

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