Desinfektion und Händewaschen sind ein Muss 

Coronavirus: So gut vorbereitet ist die Region im Altkreis Melsungen 

Kaum Schutz: Alexander Schröder, Inhaber Rosen-Apotheke in Melsungen, zeigt einen einfachen Mundschutz. Dieser biete kaum Sicherheit, eine Ansteckung zu vermeiden. Bester Schutz sei regelmäßiges Händewaschen. Foto: Damai Dewert

Deutschland bereitet sich auf eine Corona-Epidemie vor. Auch im Landkreis sind die Vorboten bereits im Alltagsleben spürbar. Wir haben uns bei Ärzten, Schulen und Behörden umgehört.

Schwalm-Eder – Hamsterkäufe in Supermärkten und ausverkaufte Atemschutzmasken sind nur die offensichtlichsten Auswirkungen einer grassierenden Angst vor dem Coronavirus. Wir haben nachgefragt, wie die Situation im Landkreis ist und was jeder einzelene tun kann, um eine Ausbreitung zu verhindern.

Coronavirus: So sind die Apotheken vorbereitet

Das Thema Coronavirus sei in Apotheken sehr präsent, sagt Dr. Alexander Schröder von der Rosen-Apotheke in Melsungen. So gebe es eine große Nachfrage nach Mundschützen. Dort gebe es aber Lieferengpässe. „Die einfachen bringen aber eigentlich wenig“, sagt Schröder. Richtig angewendet, böten die höherwertigen zwar Schutz, seien derzeit aber ebenfalls kaum zu bekommen und wenn, dann seien sie total überteuert. Wichtig sei regelmäßiges Händewaschen und etwas für das Immunsystem zu tun. Richtige Ernährung und viel Bewegung helfen. Es gebe aber auch pflanzliche Immunstimulanzien. Diese könnten das Immunsystem stärken, aber lieferten natürlich keinen Schutz vor dem Coronavirus. Ein gutes Immunsytem könnte aber immerhin für einen leichteren Krankheitsverlauf sorgen. Zum Schutz vor Ansteckung verzichteten die Mitarbeiter in der Apotheke aber mittlerweile auf das Händeschütteln mit den Kunden.

Reisebüro: Auswirkungen des Coronavirus 

Viele Kunden riefen zwar kurz vor Reiseantritt an, um sich in Sachen Coronavirus auf den neuesten Stand zu bringen, doch von einer Stornierungswelle aus Furcht vor Ansteckung könne keine Rede sein. Das sagt berichtet Martin Gabbey vom TUI-Reisecenter Borken. Er sieht keinerlei Anlass vor Verunsicherung oder gar Panik: Bislang gebe es seitens Ämtern und Behörden keinerlei Reiseeinschränkungen, es seien auch keine in Sicht. Deshalb mache es auch keinen Sinn, eine langfristig geplante Reise aus Furcht vor Ansteckung abzusagen: „Das wäre wie in die Glaskugel zu schauen, niemand weiß, was in einigen Wochen oder Monaten ist.“ Pauschalreisende aber könnten stets sicher sein, dass die Veranstalter im Fall der Fälle sofort reagierten und Hilfe böten.

Schulen

Die Melsunger Gesamtschule ist mit 930 Schülern und 100 Lehrern die größte allgemeinbildende Schule im Altkreis. Schulleiter Dr. Matthias Bohn sagt: „Wir behandeln Corona erstmal wie Grippe und andere infektiöse Krankheiten.“ Deshalb gelte: Sobald ein Kind krank sei, werden die Eltern informiert, es abzuholen. Nun würden die Lehrer noch einmal sensibilisiert. Außerdem bittet er alle Eltern, kranke Kinder nicht in die Schule zu schicken.

Natürlich seien Klassenfahrten im Ausland geplant. Aber die Lehrer würden diejenige Region beobachten. „Wir tun alles, um keine Infektionen zu bekommen.“

Hausarzt

Lotta Jacob, Allgemeinärztin in Melsungen, rät zu „Selbstverständlichkeiten“, um das Immunsystem zu stärken: ausreichend Schlaf und Bewegung, Stoßlüften, regelmäßiges Händewaschen, gesunde Ernährung, in die Ellenbeuge husten und niesen, Handtücher täglich wechseln. Außerdem rät sie Risikopatienten mit Grippesymptomen, zuhause zu bleiben und beim Arzt anzurufen anstatt in die Praxis zu kommen und damit möglicherweise das Virus weiterzuverbreiten.

Supermarkt

Während es in vielen Großstädten aus Angst vor einer Corona-Quarantäne bereits zu Hamsterkäufen kommt, ist die Vorratshaltung im Kreisteil Melsungen noch kein Thema. Das bestätigen mehrere Supermärkte. „Nein, wir merken davon aktuell nichts“, sagt beispielsweise Thorsten Jakob, stellvertretender Marktleiter vom Edeka in Melsungen. Aber selbst, wenn Wasser und Konserven plötzlich verstärkt nachgefragt würden, stelle dies kein Problem dar. „Wir werden ohnehin viermal die Woche beliefert. Wenn beispielsweise am Wochenende mehr gekauft wird, dann kommt am Montag schon wieder neue Ware.“ Auch vom Edeka-Markt in Spangenberg heißt es: „Wir merken nichts von Hamsterkäufen, es werden die üblichen Mengen gekauft.“ Das bestätigt auch ein anderer Supermarkt im Kreisteil, der nicht namentlich genannt werden will. „Ich glaube, auf dem Dorf sind die Leute noch entspannter, was Corona angeht“, heißt es aus dem Markt.

Großhandel

„Bei uns hat die Panik bis jetzt nicht eingesetzt“, sagt Hans-Richard Schneeweiß, Geschäftsführer der Edeka Hessenring, „es gibt keinerlei Engpässe bei den Zulieferern.“ Auch die Kaufleute im selbstständigen Einzelhandel würden zurzeit keine Vorsichtsmaßnahmen durch besondere Bestellungen treffen. Schneeweiß sagt: „Wenn aber die Panik einsetzt, haben wir sowieso zu wenig Ware oder die falsche.“

Die aktuellen Produktionsausfälle in China träfen erst in drei bis vier Monaten ein. Aber: Vermeintliche Chinakost wie Soßen und Glasnudeln kämen nicht aus China. Dafür aber die häutchenfreien Dorenmandarinen als Tortenbelag. Wenn die Bestände abverkauft seien, würden sie durch südamerikanische Ware ersetzt. 

Coronavirus: Welche Desinfektionsmittel wirken

Malsfeld – Wie kann jeder Einzelne dazu beitragen, dass das Corona-Virus nicht weiter verbreitet wird? Bei Coronaviren handelt es sich um behüllte Viren. Gründliches Händewaschen und die Anwendung von Desinfektionsmitteln sind gegenwärtig ein Muss und können die Viren töten, heißt es von der Dr. Schumacher GmbH in Beiseförth auf HNA-Anfrage.

Die Hände können also mit einem begrenzt viruzid wirksamen Desinfektionsmittel desinfiziert werden. Denn diese Mittel seien wirksam gegen behüllte Viren.

Beim Kauf von Desinfektionsmittel für die Hände sollte man also darauf achten, dass das Produkt mindestens den Nachweis „begrenzt viruzid“ enthält. Damit könne sichergestellt werden, dass die behüllten Viren vernichtet werden.

Eine Nutzung von Desinfektionsmitteln, die „begrenzt viruzid Plus“ oder „viruzid wirksam“ sind, sei ebenfalls möglich. Die Einwirkzeit bei der hygienischen Händedesinfektion beträgt 30 Sekunden.

Auf die Uhr sollte man auch beim Händewaschen schauen. Die Hände sollte man regelmäßig und gründlich waschen, so empfiehlt es der Malsfelder Hygienemittelhersteller. Die Hände sollten mindestens 20 Sekunden lang mit Seife und bis zum Handgelenk gewaschen werden. Eine Merkhilfe für die richtige Waschdauer: Zwei Mal hintereinander das Lied Happy Birthday singen. Zudem sollte man vermeiden, dass ungewaschene Hände Lebensmittel oder das Gesicht berühren.

Wenn man hustet oder niest, sollte man sich von anderen Personen abwenden. Man soll nicht in die Hand niesen. Denn von dort können sich Viren schnell weiter verteilen. Also besser in die Armbeuge oder in ein Taschentuch niesen.

Quelle: HNA

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