Zehn Jahre Euro – Banken tauschen noch die alte Währung, bezahlt wird damit selten

Die D-Mark gibt es noch

Tschüss, Deutsche Mark: Nach fast 54 Jahren wird die deutsche Währung durch den Euro abgelöst. Fotos:  dpa

Schwalm-Eder. Seit zehn Jahren ist die Deutsche Mark Geschichte. Doch in der einen oder anderen Spardose schlummern immer noch Scheine und Münzen der alten Währung. Etwa zweimal pro Woche bringen Kunden alte Ersparnisse in die Filialen der VR-Bank Schwalm-Eder.

„In der Regel sind das Beträge um die 100 Euro“, sagt Michael Haase, Vorstandsassistent der VR-Bank Schwalm-Eder. Das seien in den vergangenen Jahren Beträge zwischen fünf und 1000 Euro gewesen. In 2011 waren es insgesamt 20.000 Euro.

Gebührenfrei können die Kunden ihre Deutsche Mark bei der VR-Bank einzahlen. „Das Geld schicken wir zur Landeszentralbank (LZB) nach Kassel, dort wird es gutgeschrieben und wir überweisen dem Kunden den Betrag in Euro“, erklärt Haase.

Dass sich am Weltspartag hin und wieder ein Zehn-Pfennig-Stück in der Zählmaschine verirrt und ab und zu kleinere Beträge bis zu 100 Deutsche Mark eingezahlt werden, weiß auch Marcus Breitschwerdt, Unternehmenssprecher der Kreissparkasse Schwalm-Eder.

Im Monat kämen etwa zehn Kunden mit der alten Währung in die Filialen der Kreissparkasse Schwalm-Eder. „Es gibt immer noch Rückläufer, aber eigentlich ist das Thema Deutsche Mark durch“, sagt Breitschwerdt.

Neulich habe jemand 430 Deutsche Mark eingezahlt, aber das sei aber die Ausnahme. „Das ist dann meist Geld, das beispielsweise nach einem Todesfall in irgendwelchen Schränken gefunden wird.“ Die Kreissparkasse leitet die alten Scheine und Münzen dann ebenfalls an die LZB nach Kassel weiter.

„Solange der Service von den Kunden genutzt wird, werden wir ihn auch anbieten“, erklärt der Vorstandsassistent. Er geht davon aus, dass noch einige Deutsche Märker im Umlauf sind. Wie viele, könne man nur schwer schätzen – schließlich wüssten viele gar nichts von ihren „Schätzen.“ Oder die alten Münzen und Banknoten haben für ihre Besitzer einen so hohen nostalgischen oder ideellen Wert, dass sie das Geld nicht umtauschen wollen.

Im Einzelhandel ist die Deutsche Mark dagegen eher eine Rarität. In der Honsel-Tankstelle in Homberg wird so gut wie gar nicht mehr mit der alten Währung gezahlt. „das habe ich seit der Euro-Einführung nicht erlebt“, sagt Peter Kirchner, Angestellter.

„In den vergangenen Jahren hat bei uns niemand gefragt“, sagt Katja Funck, Mitarbeiterin der Buchhandlung Bernecker in Melsungen.

Pfennige in der Kollekte

Vera Oetzel, Mitarbeiterin des Kirchenkreisamtes, findet hingegen immer mal einen Zehn-Mark-Schein, ein Mark-Stück und am häufigsten Pfennige. „Die roten Pfennige sehen den Cent-Stücken sehr ähnlich und werden oft verwechselt“, sagt Oetzel. Im Jahr landen etwa 30 bis 40 Deutsche Mark in den Kistchen und Säckchen für die Kollekte.

Von Nina Skrzyszowski

Quelle: HNA

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