Dachdämmung: Hauseigentümer müssen nachrüsten

Schwalm-Eder. Egal, ob die Hausbewohner den begehbaren Dachboden des Gebäudes nutzen oder nicht: Bis Ende 2011 müssen Hauseigentümer, die Wohnungen vermieten, nach der Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) entweder das Dach komplett sanieren oder die oberste Geschossdecke dämmen versehen.

Doch die Verordnung droht ins Leere zu laufen. Denn: „Es wird ohnehin nicht kontrolliert“, sagt Martin Kühne, Bauingenieur und Energieberater aus Homberg. Eigentlich sei die Untere Bauaufsichtsbehörde des Landkreises zuständig, doch die habe für solche Aufgaben weder freie Kapazitäten noch die Möglichkeiten, jedes Gebäude zu überprüfen. Anders sei es, wenn ein Bauherr eine Baugenehmigung für einen Neu- oder Umbau benötige, dann würde auf die Einhaltung der EnEv geschaut, sagt eine Behörden-Mitarbeiterin.

Schätzungen zufolge entsprechen lediglich zehn Prozent der vor 2001 gebauten Häuser den Anforderungen der EnEV. Wie nötig eine Dämmung ist, zeigen Berechnungen des Eduard-Pestel-Institut in Hannover. Die belegen, dass mit der richtigen Wärmedämmung jährlich Energiekosten in Höhe von 53 Millionen Euro im Landkreis eingespart werden könnten.

Bei Mietern und Vermietern stößt die Verordnung allerdings auf Unmut. „Dächer zu dämmen, um Energie zu sparen, ist zwar sinnvoll. Wir finden es aber nicht in Ordnung, dass es nun erzwungen wird“, sagt Günther Belz von der Vereinigung Haus und Grund.

Ingo Groß vom Mieterschutzbund Nordhessen glaubt, dass den Mietern mehr Kosten entstehen werden. „Elf Prozent der Kosten kann der Vermieter auf die Mieter umlegen. Die werden draufzahlen, denn die Kosten durch die Sanierung liegen höher als die Energieersparnis“, sagt Groß. Es rechne sich erst, wenn der Mieter mindestens sieben Jahre in der Wohnung bleibt. Bei zwei, drei Jahren werde er draufzahlen.

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Quelle: HNA

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