Dank Ärzten aus Fritzlar kann Linda Mukisa aus Uganda wieder laufen

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Auf dem Weg der Besserung: Linda Mukisa mit hinten von links Reinhard und Irmgard Berle und Dr. Carsten Bismarck.

Fritzlar/Kampala. Als Linda Mukisa in Kampala (Uganda) von einem Lastwagen überrollt wurde, dachte sie schon, sie sei tot. „I thought I was gone“, sagt sie. Man kann es ein Wunder nennen, dass die 38-Jährige jetzt ihre Geschichte erzählen kann. In Deutschland. Und auf dem Weg der Genesung.

Mukisa ist Mitarbeiterin des Fritzlarer Kinderhilfswerks Global Care. In Kampala kümmert sie sich um aidskranke Frauen und ihre Kinder, hilft und berät. Das Büro in der Hauptstadt Kampala betreut alleine 400 Menschen, im ganzen Land gibt es wiederum 400 Büros.

Hilflos auf der Straße

Die Frau, die so vielen anderen eine Hilfe ist, lag nun hilflos auf der Straße, nachdem ihr Taxi-Moped mit einem Laster kollidiert war. Als der Fahrer sah, dass die Frau noch lebte, setzte er zurück. „Er wollte mich erledigen“, sagt sie. Eine Tote redet nicht, müsse er wohl gedacht haben. Die Steinwürfe aufgebrachter Passanten hielten den Fahrer davon ab.

Hilfe bekam sie zunächst nicht, stattdessen stahl ihr irgendwer die Uhr vom Arm. Sie habe da gesessen, gestarrt und gedacht, sie sei längst tot. Irgendwann klingelte ihr Handy, das Diebe übersehen hatte, und schreckte sie auf.

Da ein Feiertag war, hätten die Krankenhäuser nicht richtig gearbeitet. Und als sie dann ans Werk gingen, begann eine vier Monate lange Leidensgeschichte für Linda Mukisa.

Die Nägel, mit der das gebrochene Bein gerichtet werden sollte, seien viel zu lang gewesen, sagt die Hilfswerk-Mitarbeiterin. Irgendwann konnte sie die Schmerzen nicht mehr ertragen. „Mein Leben ist zu einer Last für jedermann geworden. Ich wünschte, ich hätte keine Kinder und könnte in den Himmel gehen“, schrieb sie per SMS an Global-Care-Chef Reinhard Berle.

Der Fritzlarer Arzt Dr. Markus Balli und Dr. Carsten Bismarck, Chirurgie-Chefarzt im Fritzlarer Krankenhaus, entscheiden schnell: Mukisa muss nach Deutschland geholt werden.

Die Wunde sei zum Glück nicht vom gefährlichen Gasbrand befallen gewesen, sagt Dr. Bismarck. Auf dem Röntgenbild sah er einen komplizierten Bruch im Oberschenkel. Schon zwei Tage nach Operation verspürte sie weniger Schmerzen.

Wäre sie in Uganda geblieben, wäre sie zum Pflegefall geworden, hätte nie mehr richtig laufen und arbeiten können. Nun sagt Dr. Bismarck: „Sie wird sich wieder völlig normal bewegen können.“ In wenigen Wochen wird Linda Mukisa heimkehren können. Ein Wunder? Für die gläubige Christin keine Frage.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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