Haltestelle an der Schule: Förderverein bezahlt kleinen Teil der Strecke

Damit der Bus auch hält

Förderverein macht es möglich, der Landkreis zog mit: Auch nachmittags können von links Alia-Sophie Günther, Leonie Schönhut sowie Linda Werner und ihre Mitschüler weiterhin an der Ahornschule in Großropperhausen in den Bus einsteigen. Foto: Thöne

Frielendorf. Neue Wege in Sachen Schülerbeförderung schlägt der Förderverein der Ahornschule in Großropperhausen ein: Der Verein finanziert einen kleinen Teil der Schulbusstrecke selbst, damit die Kinder, die die Nachmittagsbetreuung der Grundschule nutzen, auch nachmittags am Schulgebäude in den Bus einsteigen können.

Seit dem Frühjahr bietet die Schule mithilfe des Fördervereins eine selbstorganisierte Nachmittagsbetreuung mit Hausaufgabenhilfe, Sport-AG, Schach und weiteren Angeboten. Immerhin bis zu zehn Kinder, von insgesamt 50 Schülern, nutzen die Nachmittagsbetreuung, erklärt die kommissarische Schulleiterin Sabrina Müller.

„Wir haben quasi die erste privat finanzierte Schulbusstrecke im Landkreis.“

Jens Nöll, Vorsitzender des Fördervereins

Ein freiwilliges Angebot, das plötzlich einen Haken hatte: Täglich hätte eine weitere ehrenamtliche Betreuungsperson gefunden werden müssen, die Schulkinder, die aus den Frielendorfer Ortsteilen Lenderscheid, Lanertshausen und Siebertshausen kommen, zur circa 400 Meter entfernten Bushaltestelle an der Ortsdurchfahrt begleitet.

Eine entsprechende Ausweitung der Busstrecke bis hin zum Schulgebäude, finanziert durch den Kreis, war nicht möglich, da die Nachmittagsbetreuung der Ahornschule nicht in die regulären Schulzeiten falle, erklärt Sabrina Müller: „Formell sind wir keine Ganztagsschule, sondern kommen mit unserer Nachmittagsbetreuung nur den Bedarfswünschen der Eltern nach.“

Jens Nöll, Vorsitzender des Fördervereins, und seine Vereinskollegen suchten nach einer Lösung. Der Förderverein nahm Kontakt mit dem Nahverkehr-Schwalm-Eder (NSE) auf. „Wir haben nachgefragt, ob der Landkreis unseren Antrag auch negativ beschieden hätte, wenn ihm keine Kosten entstehen würden.“ Innerhalb von zwei Wochen sei so ein Novum im Landkreis entstanden, erklärt Nöll. Es wurde ein Vertrag zwischen NSE und Förderverein geschlossen, so dass der Bus die Schule nachmittags wieder anfährt.

NSE: „Konstruktive Idee“

Über diese „konstruktive Idee“ freut sich auch Mike Stämmler von der NSE. Ein Modell, das grundsätzlich auch an anderen Schulen denkbar sei. Selten seien die Umstände allerdings so günstig wie in Großropperhausen. Hier müsse der reguläre Busverkehr nur einen kleinen Umweg in Kauf nehmen, das ergebe gerade mal eine Mehrfahrtzeit von einer Minute.

Den Umweg finanziert in diesem Fall der Förderverein. 600 Euro im Jahr – „quasi die erste privat finanzierte Schulbusstrecke im Schwalm-Eder-Kreis“, freut sich Jens Nöll.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare