„Damit nichts verloren gehe“

Thiede überarbeitete und veröffentlichte unvollendetes Heimatbuch

Gebundene Erinnerungen: Karl-Franz Thiede mit einigen Exemplaren des von ihm überarbeiteten Buches von Franz Kramer. Foto:  Norbert Müller

Wolfhagen. Es ist ein kleiner Schatz, den Karl-Franz Thiede gehoben hat, Werke des Naumburgers Franz Kramer, der als Organist, Chorleiter, Heimatforscher, Karnevalist, Speiseeisproduzent und Kleinkaufmann seiner Heimatstadt bis zu seinem Tod treu blieb.

Thiede hatte sich im Auftrag von Stadtpfarrer Johannes Kowal auf die Suche nach der Herkunft des Naumburger Kirchenliedes „An dich glaub’ ich“ gemacht. Im Zuge seiner Recherche fragte er auch bei Organist Michael Loskant nach. Und der berichtet ihm bei dieser Gelegenheit von einem ganzen Stapel Texten, die ihm seinerzeit Franz Kramer übergebene hatte.

Thiede sichtete die getippten und handschriftlich ergänzten Texte Kramers, die er zu einem Buch zusammenfassen wollte. In seinem Vorwort schreibt der 1979 verstorbene Kramer ein Jahr vor seinem Tod: „Beginnend mit Sagen von der Entstehung Naumburgs begleitet dieses Buch mit Erzählungen, Gedichten und Liedern die Geschichte und Entwicklung Naumburgs, das 400 Jahre Heimat unserer Familie war.“ Und weiter: Das Buch solle „die Erinnerung an dies schöne Stückchen Erde, von der Berge Kranz umfriedet für immer festhalten.“

Zeichnungen sind verschollen

Die Gedanken und Empfindungen mehrerer Generationen habe er aufgezeichnet, „damit nichts verloren gehe“. Zeichnungen und Fotos sind verschollen. Karl-Franz Thiede hat aktuelle Fotos in das über 100 Seiten starke Werk aufgenommen, in der vieles in Versform verfasst ist.

Sagen wie die von der heiligen Linde, die Franz Kramer auch als Titel für sein Buch wählte, und der Wunderblume am Weidelsberg findet man im Buch, alte Naumburger Lieder, Anekdoten und eine ausführliche Darstellung über Naumburg im Jahrhundert der Reformation.

Ein weiteres Kapitel ist der „guten alten Zeit“ gewidmet. Hier beschreibt Kramer, wie man in Naumburg lebte, als die Straßen noch nicht gepflastert waren, es noch kein elektrisches Licht und keine Zugverbindung gab.

Für heimatgeschichtlich interessierte Naumburg ist das von Thiede überarbeitete Buch eine Fundgrube. Ansichtsexemplare gibt es in Naumburg in der Fleischerei Thiede, im Kaufhaus Schmandt in der Pizzeria da Silvio und im Deko-Zauber. Zum Preis von 21,50 Euro kann es bei Karl-Franz Thiede (05625/388476) bestellt werden.

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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