Ortsdurchfahrt Ascherode dicht – Lebhafter Ausweichverkehr im Naturschutzgebiet

Der Damm als kurzer Weg

Ortsdurchfahrt gesperrt: Weil in Ascherode an der Kreisstraße gearbeitet wird, müssen Autofahrer eine Umleitung nehmen. Schneller geht es über Feldwege. Eine willkommene Abkürzung, die trotz Verbotsschildern häufig gefahren wird. Fotos: Quehl

Schwalmstadt. Seit Anfang August ist die Ortsdurchfahrt Ascherode gesperrt, seither müssen Autofahrer ausweichen und Umwege in Kauf nehmen. Eine Umleitung von Ziegenhain über Ransbach und Wasenberg nach Treysa ist ausgeschildert.

Doch viele sind mit der Übergangslösung unzufrieden und weichen stattdessen verbotenerweise auf Feldwege im Regenrückhaltebecken aus.

„Das Fahren durch das Dammgebiet ist natürlich nicht erlaubt“, sagt Heinrich Best, Ortsvorsteher von Ascherode. Tatsache ist aber, dass nicht wenige Autofahrer über die Feldwege ausweichen. „Die kommen aus Treysa, fahren beim Kaufland ins Dammgebiet und beim Reitverein wieder ab.“ Er habe darum schon häufiger bei der Polizei Bescheid gesagt, und hin und wieder sei auch kontrolliert worden.

„Wenn wir dort vorbeifahren, dann passen wir auch auf“, heißt es bei der Polizei Schwalmstadt. Schließlich sei das Durchfahren des Dammgebietes eine Ordnungswidrigkeit. Allerdings könne nicht ständig kontrolliert werden.

Bis zu 40 Autos würden schon mal in zehn Minuten dort langfahren, hat Best beobachtet. „Jede Menge Autos sind dort unterwegs“, bestätigte unserer Zeitung ein Mann, der den Weg häufig zu Fuß geht, „dabei ist das doch verboten“.

Keine Ausnahme

Ein Antrag, dass es zumindest den Ascherödern erlaubt wird, diese Wege vorübergehend zu nutzen, sei abgelehnt worden, erklärte Ortsvorsteher Best. Bereits Ende August hatte Thorsten Wechsel (CDU) im Stadtparlament in einer Anfrage an Bürgermeister Wilhelm Kröll um eine Überprüfung des Umgehungsverkehrs gebeten (HNA berichtete). Der erklärte damals, dass es gerade bei schlechtem Wetter nicht genehmigt werden könne, dass Autofahrer auf die Feldwege ausweichen.

Dafür, dass die Wege zum Abkürzen missbraucht werden, hat Kröll überhaupt kein Verständnis: „Es ist unbegreiflich, dass die Autofahrer so uneinsichtig sind“, findet der Verwaltungschef. Rücksichtslos sei deren Verhalten, zumal im Naturschutzgebiet des Damms lebende Vögel gestört würden. Gefordert seien noch stärkere Kontrollen, entsprechend müsse die Polizei animiert werden. Notfalls müssten auch die städtischen Hilfspolizisten mitkontrollieren. Selbst eine Schranke mit Schlüsseln für die Nutzungsberechtigten sei letztendlich denk-, aber wohl praktisch nicht machbar, sagt Kröll.

Ascheröder kürzen auch ab

Viele Schwalmstädter sind allerdings keineswegs bereit, auf die Abkürzung zu verzichten. „Ich als Ascheröderin benutze sie doch auch, alles andere ist viel zu weit“, erklärte uns eine Spaziergängerin auf dem Damm. Die vielen Autos stören sie nicht, sagte sie.

Das Problem wird einen Gutteil der Schwalmstädter und vor allem die Ascheröder noch einige Zeit begleiten. „Ich hoffe, dass die Bauarbeiten innerhalb eines Jahres beendet sind“, sagte Ortsvorsteher Best, „aber ganz ehrlich, ich glaube nicht daran.“ (red)

Quelle: HNA

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