Flieger starten zur Kunstflugwoche der Flugsportvereinigung Schwalm

Dank der Kunstflugwoche gibt's Loopings über Ziegenhain

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Segelflieger über Ziegenhain: Mit einem Schleppflugzeug werden die Segelflieger in die Luft gezogen. In einer Höhe von 1200 Metern beginnt das Kunstflugprogramm. Geflogen wird in einem imaginären Würfel.

Ziegenhain. So manch Außenstehendem mag in dieser Woche beim Blick in den Himmel über Ziegenhain kurzzeitig der Atem stocken. Statt in den üblichen Bahnen fliegen die Segelflugzeuge zurzeit direkt über dem Platz der Flugsportvereinigung (FSV) Schwalm oft waghalsige Flugmanöver.

Loopings, Immelmann und Rolle sind aber geplant – sechzehn Segelflieger, darunter sieben Grundschüler, nutzen noch bis Sonntag die jährliche Kunstflugwoche zum Erwerb der Segelkunstflugberechtigung oder als Trainingsmöglichkeit. Die Teilnehmer kommen aus dem gesamten Bundesgebiet und dem europäischen Ausland. Drei Trainer und sechs Fluglehrer nehmen Prüfungen ab.

Segelkunstflug hat in Ziegenhain eine lange Tradition. Bereits zum siebzehnten Mal veranstalte der FSV-Schwalm in Kooperation mit der Kunstfluggemeinschaft Hessen eine Kunstflugwoche, sagt FSV-Vorsitzender Ludwig May. Die 2001 erstmals von Klaus Kahler initiierte Kunstflugwoche findet immer zu Beginn der hessischen Sommerferien statt und wird von Kunstflugpiloten unter anderem auch zur Vorbereitung auf Meisterschaften genutzt.

Geflogen werde in der Box, das ist ein gedachter Würfel mit einer Kantenlänge von jeweils 1000 Metern, erklärt Lehrgangsleiter und Fluglehrer Martin Schmerer vom Aero-Club-Butzbach: „In Ziegenhain ist diese Box direkt über dem Fluggelände.“

Die Kunstflieger fliegen gerne über der Schwalm und schätzen die idealen Rahmenbedingungen auf Hessens flächenmäßig größten Segelflugplatz - Starts und Landungen sind in jeder Himmels- und damit Windrichtung möglich. Für den reibungslosen Ablauf sorgen dreißig Helfer. Für Koordination und Sicherheit ist in diesem Jahr Flugleiter Benjamin Korell zuständig. Der 34-Jährige behält auch den Luftraum im Auge: „Ich schaue, dass niemand unangemeldet in die Box fliegt.“

Schleppflieger

Schleppflieger aus Marburg, Butzbach und Ziegenhain bringen die Segelflugzeuge in die Luft. In kurzen Abständen fliegen die kleinen Propellermaschinen mit ihrer Anhängelast auf rund 1200 Meter Höhe. Dort angekommen werden die motorlosen Flieger ausgeklinkt und starten mit 180 bis 200 Kilometern pro Stunde ihr festgelegtes Kunstflugprogramm, welches in der vor dem Flug festgelegten Reihenfolge geflogen werden muss.

Um die Kunstflugberechtigung zu bekommen, müsse man fünf Stunden fliegen oder zwanzig Starts absolvieren, weiß Martin Schmerer: „Solange bis der Fluglehrer überzeugt ist, der kann das.“ Die abschließende Prüfung der Grundschüler wird von vier Fluglehren abgenommen, die Lizenz erteilt das Regierungspräsidium.

Während die Grundschüler bei den ersten Flügen gemeinsam mit einem erfahrenen Fluglehrer in einem Schuldoppelsitzer fliegen, gehen die fortgeschrittenen Piloten allein in die Luft. Bei ihnen steht die Weiterbildung oder der Erwerb von Leistungsabzeichen in verschiedenen Stufen im Vordergrund.

Er selber sei ursprünglich aus Sicherheitsüberlegungen zum Kunstflug gekommen, sagt Schmerer: und fügt verschmitzt an: „Dann hat es auch noch Spaß obendrauf gemacht.“

Hintergrund: 

Die Kunstflugfigur Immelmann

Die Kunstflugfigur Immelmann ist nach Max Immelmann, einen Jagdflieger aus dem Ersten Weltkrieg benannt. Laut Wikipedia besteht diese Kunstflugfigur aus einem halben Überschlag und einer unmittelbar anschließenden halben Rolle. Der halbe Überschlag wird aus der Horizontalen kommend ansteigend nach oben bis zur Rückenlage geflogen. Mit einer halben Rolle wird dann wieder in die Normalfluglage gerollt. Mit dem Immelmann lässt sich die Flugrichtung schnell und auf engem Raum umkehren und dabei Höhe gewinnen. Ob Max Immelmann dieses Manöver überhaupt geflogen hat, gilt als umstritten. 

Quelle: HNA

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