Seit 45 Jahren Schiedsrichter in der Kreisliga 

Dieter Matheiowetz aus Neuenbrunslar ist Landessieger bei Aktion "Danke Schiri" 

+
Er ist seit 45 Jahren Schiedsrichter: Dieter Matheiowetz (63) aus Neuenbrunslar wurde jetzt vom Deutschen Fußballbund für sein Engagement geehrt.   

Neuenbrunslar. Als Dieter Matheiowetz den Anruf bekam, er werde bei der Aktion „Danke Schiri“ als Landessieger ausgezeichnet, war der 63-Jährige aus Neuenbrunslar zunächst völlig perplex.

„Ich hatte keine Ahnung, dass ich für so etwas überhaupt nominiert war“, sagt Matheiowetz.

Seit 1973 ist er Schiedsrichter in der Kreisliga, pfiff in 45 Jahren rund 2500 Spiele an. Dafür wurde er jetzt vom Hessischen Fußballverband als Landessieger in der Klasse über 50 Jahren geehrt.

Dass Matheiowetz seine Berufung als Schiri fand, war ungewöhnlich. Seine Eltern seien manchmal etwas überfürsorglich gewesen, erinnert er sich. Fußball hätte er immer gerne gespielt. Doch die Eltern hätten sich gesorgt, dass sich der Junge verletzt. Daher musste er bei Fußballspielen immer am Rand stehen, bis er irgendwann als Schiri-Assistent aushelfen durfte. In dieser Rolle ging Matheiowetz auf, 1973 bestand er die Schiedsrichterprüfung. „Damals wurde ich 18 und konnte ja sowieso machen, was ich wollte“, sagt er lachend.

Seitdem habe sich im Fußball vieles geändert. Der Sport sei merklich schneller geworden, meint Matheiowetz. Vielleicht liege das an der stetigen Professionalisierung, die sich bis auf die Kreisebene erstrecke. Die Vergütung der Spieler sei deutlich gewachsen. Das könne ein Grund sein, mutmaßt Matheiowetz und sagt: „Früher war alles ein wenig gemächlicher.“

Positiv habe sich die Förderung entwickelt. Nach seiner bestandenen Schiriprüfung 1973 habe man ihn direkt ins kalte Wasser geschmissen. Er musste allein zu den Spielen, um dort zu richten. Heutzutage würden angehende Schiedsrichter bei den ersten Spielen betreut und angewiesen. Das ist wichtig, sagt Matheiowetz.

Der Druck, der auf den Schiedsrichtern laste, sei hoch. Selbst bei den Spielen der Kinder- und Jugendmannschaften brauche man ein dickes Fell. „Eltern rufen in die Spiele hinein und kritisieren die Schiedsrichter und Trainer“, schildert Matheiowetz. Das sei umso schlimmer, je jünger die Spieler seien.

„Die Besten stehen immer draußen“, sagt Matheiowetz mit einem Schmunzeln. Angehenden Schiedsrichtern könne er nur empfehlen, die Ruhe zu bewahren und die Rufe von außerhalb des Spielgeschehens auszublenden.

Der 63-Jährige wünscht sich, dass sich mehr Sportbegeisterte als Schiedsrichter engagieren, denn die seien im Fußball Mangelware – das sei allerdings auch schon vor 45 Jahren der Fall gewesen.

Matheiowetz engagiert sich darüber hinaus als Vorsitzender des TSV Brunslar, in der Einsatzabteilung der Feuerwehr und als Stadtrat der Stadt Felsberg.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.