Tiernothilfe: keine Vermittlung bis Januar

Keine Haustiere unter den Weihnachtsbaum: Tiernothilfe unterbricht Vermittlung

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Sollten nicht zu Weihnachten verschenkt werden: Tiere. Manche Tierheime und Vereine haben deshalb um die Weihnachtszeit einen Vermittlungsstopp.

Schwalmstadt. Tierische Geschenke seien meist unüberlegt, sagt die Tiernothilfe Schwalmstadt. Sie hat einen Vermittlungsstopp bis Januar. 

"Haben Sie mal ein Kaninchen? Ich brauche noch ein Geschenk für meine Tochter." Solche Anrufe bekommt Petra Ziegert-Postleb manchmal sogar am Morgen des Heiligabends. In so einem Fall lautet ihre Antwort ganz klar: Nein. Egal, ob sie eigentlich ein Kaninchen hätte oder nicht.

Der Verein Tiernothilfe Schwalmstadt hat vor Weihnachten einen Vermittlungsstopp, erklärt die Vorsitzende Ziegert-Postleb. Genau wie auch viele Tierheime. Das hat einen guten Grund, sagt sie: "So etwas ist meistens unüberlegt." Schon im Januar merken die Vereinsmitglieder, dass mehr Tiere zu ihnen gebracht werden als sonst – denn Tiere können nicht wie andere Weihnachtsgeschenke einfach umgetauscht werden.

Sollten nicht zu Weihnachten verschenkt werden: Katzen, hier Angel auf dem Arm von Petra Ziegert-Postleb, Woldemar, Gismo und Bingo. Woldemar (oben) ist noch auf der Suche nach einem neuen Zuhause – und könnte nach Ende des Vermittlungsstopps umziehen. 

Beispielsweise fehle die Betreuung während des Skiurlaubs oder die neuen Besitzer fänden, dass sich das junge Tier schlecht benimmt, weil es noch nicht erzogen ist. "In 95 Prozent der Fälle ist es angeblich die plötzlich auftretende Allergie. Weil wir sowieso meistens belogen werden, fragen wir erst gar nicht mehr nach den Gründen", sagt Ziegert-Postleb.

Selbst wenn sich die neuen Halter über alle Konsequenzen und die Verantwortung klar sind, die ein Tier mit sich bringt, sei die trubelige Weihnachtszeit keine gute Phase für die Eingewöhnung. Die vielen unbekannten Sinneseindrücke und Menschen könnten das Tier überfordern. Außerdem habe wohl niemand Lust darauf, am ersten Weihnachtsfeiertag mit dem neuen Hund um sieben Uhr morgens Gassi zu gehen, sagt Ziegert-Postleb.

Ab Januar ist die Tiernothilfe wieder froh darüber, wenn sie ein neues Zuhause für die Tiere findet, die momentan in ihren Pflegestellen leben – zum Beispiel für die junge verspielte Katze Woldemar. 

Petra Ziegert-Postleb hat die Erfahrung gemacht, dass Menschen, die wirklich ein Tier bei sich aufnehmen möchten, auch gern bis nach Weihnachten warten.

Quelle: HNA

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