Testfahrt mit der Feuerwehr

Nach Altstadtbrand: Parkende Autos erschweren Arbeit der Rettungskräfte

Wolfhagen. Das Feuer in der Altstadt am Dienstag hätte laut Stadtbrandinspektor Brunst leicht in einer Katastrophe enden können. Neben der baulichen Situation durch aneinandergereihte Fachwerkhäuser sind es vor allem Autofahrer, die durch ihr Parkverhalten den Einsatzkräften die Zornesröte ins Gesicht treiben.

Wir machten eine Testfahrt mit einem Fahrzeug der Feuerwehr durch die Altstadt, um die Problematik an bestimmten Stellen zu beleuchten.

Am Stützpunkt der Wehr treffen wir uns auch mit Helmut Rupp vom Ordnungsamt, der die Tour begleitet. Dann steige ich mit Dirk Mahlmann und Sebastian Swoboda in das Tanklöschfahrzeug (TLF) 24/50. Fragezeichen in meinem Gesicht – 24/50? Mahlmann klärt auf: 2400 Liter Pumpleistung und 5000 Liter Fassungsvermögen, dazu noch eine Breite von 2,50 Meter.

Video: Zu eng für die Feuerwehr: Fahrt durch Wolfhager Altstadt

Und Letzteres ist genau das Problem: Bereits bei der Einfahrt in den Bereich der Schützeberger Straße bekommt der rote Bolide der Wehr enorme Schwierigkeiten. Auf Höhe des Textilhändlers NKD/Ecke Triangelstraße steht ein Opel Corsa nur leicht über der Begrenzung der Parkfläche und ragt mit seinem Heck etwas auf die Straße. Mahlmann muss stoppen, vorsichtig rangiert er das TLF zwischen den Autos hindurch, links und rechts sind jeweils wenige Zentimeter Platz.

„Allein dieser Zeitverlust kann im Zweifel schon über ein Menschenleben entscheiden“, sagt Swoboda, während er mit Argusaugen den Abstand des TLF zu den Autos beobachtet. Weiter geht es in der Schützeberger Straße, die insgesamt „problematisch ist“, sagt Mahlmann. Auf Höhe des Hörgeräte-Ladens wird es wieder knifflig, zwischen TLF und Vordach der Ladenzeile passt gerade ein Blatt Papier. Mahlmann muss stoppen und Helmut Rupp energisch eingreifen. Am Abzweig Mittelstraße und wenige Meter vom jüngsten Brandort entfernt versperren mehrere widerrechtlich geparkte Autos den Weg.

Mahlmann rangiert kopfschüttelnd vor und zurück, Swoboda weist ihn ein, im Einsatz wertvolle Minuten verstreichen, bis wir die Fahrt fortsetzen können. Auf Höhe der Gerichtsstraße versperrt eine Baustelle die Weiterfahrt. Spiegel einklappen, sagt Swoboda – dennoch dauert es gut vier Minuten, bis Mahlmann das Gefährt durch die Häuserzeilen bugsiert hat.

Im Stützpunkt angekommen ist eines klar geworden: Der Egoismus einiger Autofahrer in der Wolfhager Altstadt könnte tatsächlich mitverantwortlich für eine Katastrophe sein.

Quelle: HNA

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