„Das ist ein Ereignis“ - AfD will sachorientierte Arbeit im Kreistag leisten

Renate Glaser

Schwalm-Eder. Die Alternative für Deutschland (AfD) will im Kreistag sachorientiert arbeiten, sagte die Spitzenkandidatin Renate Glaser am Tag nach der Wahl.

Und mit dem Wissen, dass ihre Partei im Schwalm-Eder-Kreis - nach dem Trend von Sonntagabend - aus dem Stand 11,1 Prozent geholt hat. Somit würde die AfD wohl acht Sitze im Kreistag inne haben.

„Das ist ein Ereignis“, sagt Glaser, für die AfD und auch für sie persönlich. Denn erst 2013 habe sie entschieden, der Partei beizutreten und politisch aufzutreten. Der Grund dafür: „Ich wollte Antworten für meinen Sohn haben, wenn er mich später fragt, was ich in der Europa-Krise gemacht habe.“

Sie wolle für Politik stehen, die nicht auf dem Rücken der Bürger ausgetragen werde - ganz egal, ob zugezogen oder einheimisch, so Glaser. Sie habe auch kein Problem mit Flüchtlingen, sagt sie und betont dann, dass die riesige Menge an Migranten aber hohe Kosten verursachten. So wolle der Landkreis 74 neue Stellen in der Flüchtlingsarbeit schaffen. „Ich weiß nicht, wie das der Haushalt des Kreises packen soll“, sagt Glaser. Deshalb bereiteten ihr auch die Finanzen des Kreises Sorgen. Dass dieser für jeden Flüchtling vom Land Hessen 865 Euro pro Monat bekommt, sagt sie nicht.

Die Wähler hätten der AfD Verantwortung übertragen, und diese werde die Partei auch wahrnehmen. Man wolle nicht koalieren, „aber wir bieten die Zusammenarbeit an“, sagt Glaser. Grundsätzlich werde man aber so stimmen, wie man es für richtig halte. Deshalb könne es auch passieren, das die AfD bei bestimmten Sachthemen auch mal genauso stimme, wie die Grünen oder die Linken, erklärt sie. Das sei nicht unmöglich.

Dass die etablierten Parteien angekündigt hätten, nicht mit der AfD koalieren zu wollen, belaste sie nicht. „Wir sind Diffamierungen und Anfeindungen gewohnt. Ich habe mir neues Ölzeug gekauft, an mir tropft das alles ab“, sagt Glaser und lacht. Als „Kindergartenniveau“ bezeichnet sie es dann, dass die AfD zunächst in der Statistik des Landkreises mit einem braunen Balken dargestellt worden sei. Und auch, dass im Wahlkampf Plakate von der AfD einfach wieder abgehängt worden seien.

Sie hoffe auf einen zivilisierten Umgang im Kreistag, die AfD wolle sich jedenfalls daran halten.

Das sagt der Landrat... 

„Die Ausgaben für die Flüchtlinge sprengen den Haushalt nicht. Es bleiben deshalb auch keine kommunalen Maßnahmen auf der Strecke oder werden dadurch beeinträchtigt.“ Klare Worte findet Landrat Winfried Becker (SPD) auf die Aussagen von Renate Glaser (AfD). Denn mit dem Geld, das der Landkreis vom Land für die Flüchtlinge erhalte - 865 Euro pro Person im Monat - könne man auch die nötigen Sach- und Personalkosten decken. Man werde auch nur nach Bedarf einstellen und nicht 74 Stellen auf einmal im Bereich der Flüchtlingsarbeit schaffen, betont Becker. Zudem sei nicht sicher, ob überhaupt so viele Stellen geschaffen werden müssten. „Der Haushalt 2015 und 2016 ist ausgeglichen und gesund. Frau Glaser muss sich nicht den Kopf des Landrates zerbrechen“, so Becker.

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Quelle: HNA

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