Landwirtschaft leidet: Dauerregen verzögert Getreideernte

Schwalm-Eder. Es ist kein gutes Jahr für die Landwirte: Im Frühjahr hatten viele ihre Getreidefelder erneut einsäen müssen, weil der Winter bis zu hundert Prozent der jungen Pflanzen vernichtet hatte. Und nun der viele Regen.

Statt mit der Ernte der im vergangenen Herbst gesäten Wintergerste beginnen zu können, müssen die Landwirte im Schwalm-Eder-Kreis warten.

Bei derart viel Regen sind nicht nur die Felder nass, und die schweren Mähdrescher würden dem Boden schaden – auch das Getreide selbst ist zu nass, um gedroschen zu werden. Die Trocknungskosten wären immens. Denn feuchtes Getreide lässt sich schlecht lagern.

Außerdem hat der heftige Regen am vergangenen Wochenende viel Getreide umgelegt. Es ist ins Lager gegangen, wie der Landwirt sagt. Das hat zur Folge, dass es ungleich reift, verschmutzt und sich schlecht mähen lässt. Dazu kommt, dass der Mähdrescher dann mit geringerer Geschwindigkeit übers Feld fahren muss. Das wiederum kostet zusätzlichen Sprit und mehr Zeit, macht Stefan Strube vom Kreisbauernverband Schwalm-Eder deutlich.

Dass sich das Getreide umgelegt hat, könnte auch damit zusammenhängen, dass Landwirte im Herbst eine Grunddüngung für die Herbstaussaat vorgenommen haben, die für die Neueinsaat im Frühjahr nicht optimal geeignet war. Nach den Winterschäden gab es, wie berichtet, einen Engpass bei Saatgut, so dass Landwirte froh sein konnten, überhaupt etwas zu bekommen. Strube: „Da wurde sicher weniger auf die Sorten-Eigenschaften geachtet.“

Diese Ursache kann Pflanzenbauberater Frank Käufler bei den Bauern, die ihn um Rat gefragt hatten, so nicht erkennen. Aber wie Strube sieht auch er das größte Problem in der derzeitigen Witterung. „Es sollte drei Wochen am Stück trocken sein“, dann würde die Ernte nicht beeinträchtigt. Hintergrund, zum Tage. 2. Seite

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare