Davidstern in alter Baracke entdeckt – Vermutlich ehemalige Lagersynagoge

Noch immer im leuchtenden Blau: Bei Umbauarbeiten in einer Trutzhainer Baracke im Pappelweg wurden Wandmalereien entdeckt. Fotos: Grede 

Schwalmstadt. Bei Bauarbeiten in einer Trutzhainer Baracke kam eine Sensation an den Tag: Beim Freilegen der Deckenverschalung wurden Wandmalereien mit einem Davidstern entdeckt.

Karin Brandes, Leiterin der Gedenstätte und des Museums Trutzhain, geht davon aus, dass die Baracke im Pappelweg in der Zeit von 1946 bis 1947 als Synagoge genutzt wurde.

In dieser Zeit war das Trutzhainer Lager Zwischenstation für zumeist polnische Juden, die Krieg und Holocaust überlebt hatten. Der offizielle Name lautete Displaced-Persons-Camp Ziegenhain. Durchschnittlich lebten 2000 Menschen in dem Lager.

Nach Angaben der Trutzhainer Museumsleiterin habe sich in dieser Zeit ein „reiches kulturelles, soziales und religiöses Leben“ entwickelt. Neben einer eigenen Lagerleitung habe es beispielsweise Ämter für Ernährung, Gesundheit und Kultur gegeben.

Akten des Ziegenhainer Standesamtes belegen, dass in der kurzen Zeit des DP-Camps 110 Kinder geboren wurden. Für Trauungen und andere religiöse Feste gab es im Lager eine größere Synagoge, die soll sich im hinteren Teil der Baracke Lumpe (ehemalige Kunstblumenfabrik) befunden haben. Auch hier seien noch Reste von Wandmalereien vorhanden, sagt die Historikerin.

Im Lager solle es zudem eine Thora-Lehranstalt gegeben haben. Es wurden liberale und orthodoxe Glaubensrichtungen des Judentums praktiziert: „So ist es möglich, dass die neuentdeckten Wandbemalungen zur Dekoration einer weiteren Synagoge gehörten, sagt Brandes.

Quelle: HNA

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