Die Dechanei blieb, die Propstei ging

Fritzlar. Schon vor über 160 Jahren entstand eine Serie von Fotos mit Motiven aus Fritzlar. Der Berliner Fotograf August Jablonsky hatte im Auftrag des Landrates Christian-Ludwig Weber die Aufnahmen erstellt.

Weber fand es schade, dass die historischen Gebäude immer weiter verschwanden und wollte die noch erhaltenen für die Nachwelt dokumentiert wissen.

Heute das Thema: Die Dechanei. Sie hat sich im Vergleich zum Jahr 1867 äußerlich kaum verändert. Die beiden Bäume vor dem Haus sind größer geworden und versperren vom Frühjahr bis zum Sommer mit ihrer Blätterpracht den Blick. Die einzige bauliche Veränderung, die man von außen erkennen kann, befindet sich im Dachbereich. Die beiden oberen Gaubenfenster, die man auf Jablonskys Bild sieht, sind heute nicht mehr vorhanden. Auf dem Platz zwischen Dom und Dechanei darf jetzt geparkt werden.

Das Gebäude, das früher links von der Dechanei stand, war die Kurie, die 1258 dem Magister Wilhelmus Canoni-cus gehörte und später als Wohnhaus für die Domküster diente. Sie wurde bei Umbau-arbeiten Ende der 1960er Jahre schließlich abgebrochen.

Das Gebäude im Hintergrund auf Jablonskys Foto zwischen Dechanei und Dom war die Propstei. Sie ist auch als Gendarmerie bekannt, weil sie lange Zeit als Dienstwohnung für zwei Polizisten diente. Zuvor war sie von Bedeutung für die Sozialgeschichte des St. Petri-Stiftes, bis dieses im Jahr 1803 aufgelöst wurde.

Einer der Geistlichen auf dem alten Bild ist vermutlich Pfarrer Benedikt Mehler, der von 1857 bis 1872 Dechant in Fritzlar war. (nh)

Quelle: HNA

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