Bürgermeister Knöpper: Die Gemeinden brauchen mehr Geld

Defizit schrumpft

Neuental. Gute Nachrichten über die Gemeindefinanzen von Neuental sind rar. Die Verringerung des Defizits um 222 600 Euro ließ die Parlamentarier aufhorchen. Doch die guten Neuigkeiten waren damit schon erschöpft. Denn im Nachtragsetat klafft immer noch ein Loch von einer halben Million Euro.

Ein ausgeglichener Haushalt bleibt weiter ein Traum, der frühestens in vier Jahren in Erfüllung gehen könnte, sagte Bürgermeister Kai Knöpper während der Parlamentssitzung in Dorheim. Um das Ziel zu erreichen, sei eine Änderung des Gemeindefinanzierungsgesetzes nötig. „Wird den Gemeinden der Geldhahn abgedreht, ist die Demokratie in Gefahr“, sagte Knöpper warnend.

Dabei spiegelt der Nachtrag einige positive Entwicklungen wider. So verbuchte Neuental 170 000 Euro mehr Einnahmen aus Gewerbe- und Einkommenssteuer. Und aus dem Holzverkauf kamen 18 000 Euro in die Gemeindekasse. Doch damit seien die guten Neuigkeiten in dem Bereich zu Ende. Denn mehr bezahlen muss Neuental für die Schulumlage (92 000 Euro) und die Gewerbesteuerumlage (28 000 Euro). Besser stelle sich die Gemeinde bei der Kreisumlage: sie verringere sich um 18 000 Euro, rechnete Knöpper vor.

Dennoch investiert die Gemeinde: Nämlich in Wasser und Kanal in Römersberg, in die Wasserleitung in Schlierbach und ins Erholungszentrum Neuenhainer See. Unverändert die Kreditaufnahme: Sie liegt bei 900 000 Euro.

Ende des Jahres hat Neuental 14 Millionen Euro Schulden. Dazu gerechnet werden muss laut Knöpper der Anteil aus der Mitgliedschaft in Verbänden (1,2 Millionen Euro) und der an den Schulden des Landes (2,7 Millionen Euro). Das summiere sich zu einem Schuldenberg von 19 Millionen Euro. Doch dem stehe ein Vermögen gegenüber, das Ende 2008 auf 24 Millionen Euro beziffert wurde. (ras)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare