Dekan sieht Chance für Feiertags-Kampagne

Martin Luther: Drei Kunstdrucke des Pop-Art-Künstlers Andy Warhol schmücken den Saal des Melsunger Lutherhauses. Foto: Brückmann/Archiv

Kreisteil Melsungen. Der Reformationstag am 31. Oktober könnte in Hessen zum arbeitsfreien gesetzlichen Feiertag werden. Für diese Initiative, die im Evangelischen Kirchenkreis Melsungen ihren Ausgang genommen hat, rechnet sich Dekan Rudolf Schulze durchaus Chancen aus.

Die Angelegenheit durchläuft nach seinen Angaben gerade die Beschlussgremien der benachbarten Landeskirche Hessen und Nassau. Wenn auch diese für die Idee eines zusätzlichen staatlichen Feiertages gewonnen werden könne, sei mit einem Erfolg des Begehrens zu rechnen, meint der Melsunger Dekan, der zugleich Präses der Evangelischen Landessynode Kurhessen-Waldeck ist.

Die Landessynode hatte bereits vor gut einem Jahr beschlossen, dass sich ihr Rat bei der hessischen Landesregierung und bei den im Landtag vertretenen Parteien für die Idee einsetzen solle. Um den Reformationstag im Land zum gesetzlichen Feiertag zu machen, müsste Paragraf 1 des Hessischen Feiertagsgesetzes per Landtagsbeschluss geändert werden. Mit diesem Ziel führe der Beauftragte der Evangelischen Kirchen am Sitz der Landesregierung bereits Gespräche, sagte Rudolf Schulze.

Die Kampagne zum Reformationstag 2010 im kirchenkreis Melsungen habe gezeigt, wie vielen Menschen dieses Thema ein Herzensanliegen sei, meint der Dekan. Auch für kommenden Oktober würden wieder Veranstaltungen geplant. In der Pfarrkonferenz sei angeregt worden, die Kirchennacht am Luthertag zu wiederholen. In der Frühjahrssynode appellierte Dekan Schulze an die Gemeinden, weitere Ideen zu entwickeln.

Er möchte zum Reformationsgedenken eng mit den Schulen zusammenarbeiten. Deshalb freue es ihn, dass voraussichtlich in diesem Oktober an der Spangenberger Burgsitzschule ein Projekttag zum Thema Reformation in Zusammenarbeit mit dem Pädagogisch-Theologischen Institut der Landeskirche veranstaltet werden soll.

„Bildungsaufgabe der Kirche“

Schulze nannte die Erinnerung an den reformatorischen Aufbruch zu Gewissensfreiheit und Mündigkeit des einzelnen Menschen, der von Martin Luther ausgegangen sei, „eine eminente Bildungsaufgabe, zu der wir als evangelische Kirche viel beizutragen haben.“

Der Dekan lobte das ehrenamtliche Engagement hunderter Menschen bei der Vorbereitung und Umsetzung der Lutherkampagne 2010. Sie hatten unter anderem ein Preisrätsel und eine Benefizveranstaltung im Kloster Haydau organisiert, es gab eine Kinderbibelwoche mit Luther, einen akademischen Vortrag, und als Höhepunkt ertönten von den Kirchtürmen im Kreisteil 95 Glockenschläge in Erinnerung an Luthers Thesen-Anschlag. Dieser Aktion hatten sich auch weite Teile des benachbarten Kirchenkreises Homberg angeschlossen. (and) Hintergrund

Quelle: HNA

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