Dekanatsumbau in Melsungen abgeschlossen - Quartier gegenüber der Stadtkirche wird modernisiert

Willkommen: Norbert Mecke freut sich über Besucher im Dekanatsgebäude. Fotos: Dewert

Melsungen. Das Melsunger Dekanat ist nur der Anfang: Das historische Gebäude wurde in den vergangenen Monaten vollständig saniert. Auch das Nachbargebäude wird derzeit umgebaut. Bauherr ist Professor Dr. h.c. Ludwig Georg Braun. Acht Stadt-Wohnungen entstehen in dem Gebäude mit der neuen eindrucksvollen Fassade.

Auch der Dekanatsumbau ist gelungen. Eine goldene Badewanne wie im Limburger Bischofssitz sucht man indes vergebens. Auch wenn das Gebäude sowohl von innen als auch von außen etwas hermacht, die Regularien der evangelischen Landeskirche sind streng. In den Pfarrhausrichtlinien sind beispielsweise einfach gehaltene Standards festgeschrieben: Eine Ausstattung „über Gebühr“ soll so verhindert werden. Es gebe sogar Vorgaben für die Fliesen, sagt Dekan Norbert Mecke: einfach, weiß und möglichst 2. Wahl.

Großzügig und repräsentativ 

Repräsentativ ist das Dekanat dennoch. Großzügige und lichtdurchflutete Räume und aufgearbeitetes Parkett. Das Büro des Dekanats ist jetzt linker Hand, dafür gibt es einen Besprechungsraum mit moderner Technik und ein Amtszimmer mit Blick auf den ehemals „wild-romantischen Innenhof“. Die Dienstwohnung erstreckt sich über zwei Etagen auf 200 Quadratmetern - ein weiteres Amtszimmer inklusive. Dort fühle er sich mit seiner Frau und seinen beiden Kindern (13 und 16) sehr wohl, sagt der 46-Jährige, der auch Pfarrer des kleinen Melsunger Pfarrbezirks 1 ist. Diese Nähe zur Stadtkirche gebe ihm ein besonderes Gefühl. Mitzubekommen, wenn Menschen ein- und ausgehen, abends vom Esszimmer aus das beleuchtete Sandsteingemäuer zu sehen, er fühle sich rund um Wohl in Melsungen. Die ersten elf Monate seiner Dienstzeit wohnte Mecke mit Familie in einer Zwischenlösung. Diese sei zwar schön gewesen, das Warten habe sich aber gelohnt.

Schätze gesichert 

Die umfangreiche Sanierung hätte das Budget der Kirche gesprengt, daher sei die Lösung mit Braun als Bauherr ideal. Die Kirche zahle im Rahmen eines Erbbaurechts die nächsten 20 Jahre die Sanierung und den Rückkauf über Miete und jährliche Abschläge zurück. Der Vertrag läuft bis 2034. Schon vor dem Baubeginn waren bibliophile Schätze des Dekanats in Sicherheit gebracht worden. Eine alte lateinische Bibel wird in der Stadtkirche gezeigt, andere wertvolle Bücher liegen im Tresor einer Bank.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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