Eltern eines an Tetraspastik erkrankten vierjährigen Jungen bitten um Spenden

Delphin soll Tamino helfen

Backen Kuchen aus Sand: Bianca Pötter spielt mit ihrem Sohn Tamino, der unter Spastiken leidet. Der Vierjährige ist kognitiv völlig normal entwickelt. Foto: Mangold

Borken. Tamino Pötter aus Borken ist ein lebensfrohes und mutiges Kind - obwohl er keine Kontrolle über seine Gliedmaßen hat. Er kann mit seinen vier Jahren nicht laufen und stehen, fährt aber trotzdem mit seinem Bobbycar durch das Wohnzimmer und hüpft auf dem Trampolin im Garten.

Der Vierjährige leidet unter einer Tetraspastik, einer Störung der Informationsleitung zwischen Gehirn und Muskelzellen, die ihren Ursprung in einer Hirnschädigung hat.

Die Folge sind schmerzhafte Muskelkrämpfe, Lähmungen und unwillkürliche Anspannung der Muskulatur. Gegen die Krämpfe bekommt Tamino alle drei Monate Botox in die Waden gespritzt.

Damit seine Sehnen sich nicht verkürzen, trägt er Schienen, die seine Füße in eine rechtwinklige Position zwingen. Die Kontrolle über seine Hände reicht nicht aus, um alleine mit Besteck zu essen. „Für ihn ist das deprimierend, er will das lieber selbst machen, “, sagt Mutter Bianca Pötter.

Sonst normal entwickelt

Tamino besucht den Borkener Kindergarten und spielt gerne mit anderen Kindern. Er liebt das Spielen im Sandkasten und mit Knete. Den Unterschied zwischen sich und den gesunden Kindern hat er längst bemerkt. „Vom Kopf her ist er völlig normal entwickelt, sogar seinem Alter voraus“, berichtet seine Mutter. Sitzen kann er nur, wenn er mit den Füßen Kontakt zum Boden hat, sich festhält oder anlehnt. Er kann keine Toilette benutzen, trägt Windeln und schämt sich dafür. Der Vierjährige bekommt seit seiner Babyzeit viele Therapien. Neben Krankengymnastik, Ergotherapie und orthopädischen und logopädischen Behandlungen auch eine Reittherapie, die selbst bezahlt werden muss.

Nun soll Tamino möglichst schnell laufen und sitzen lernen, damit seine Knie und seine Hüften durch das Krabbeln nicht geschädigt werden.

Im Schwimmkurs entstand die Idee einer Delphin-Therapie für Tamino. Delphine werden erfolgreich für die Therapie von kranken und behinderten Kindern eingesetzt „Wir möchten so gerne, dass er laufen kann und keine Pampers mehr braucht“, sagt Bianca Pötter.

Ihr Sohn wird niemals lange Strecken laufen, aber vielleicht könnte er es mit einem Rollator schaffen, alleine ohne fremde Hilfe zu leben. Durch die Therapie erhoffen sich die Eltern, dass Taminos Muskeln sich entspannen und er Selbstvertrauen schöpft, um Sitzen und Laufen zu lernen.

Der Verein „Dolphin Aid“ hilft der Familie, Spenden für eine Therapie mit Doktor Flipper zu sammeln, denn die Delphintherapie kostet etwa 12 000 Euro. Zu den Therapiekosten, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden, kommen noch Flug- und Unterbringungskosten in einem Land, in dem Delphine leben.

Daher bittet die Familie um Spenden. „Es muss schnell etwas passieren“, sagte der Vater, Matthias Pötter, besorgt, „Wir versprechen uns da sehr viel von.“

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

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