Angehörige von den Auswirkungen der Krankheit betroffen

Die Demenz-Pflege kostet sehr viel Kraft

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Schwalm-Eder. Im Schwalm-Eder-Kreis gibt es immer mehr Demenzkranke. Deshalb steigt der Informationsbedarf für Betroffene und Angehörige. Das teilt Sonja Weidel vom Pflegestützpunkt Schwalm-Eder auf HNA-Anfrage mit.

Die Angehörigen seien von den Auswirkungen einer Demenzerkrankung mit betroffen. „Sie müssen in eine Pflege- und Versorgungsrolle hineinwachsen, auf die sie nicht vorbereitet sind“, sagt Weidel, „das kostet sehr viel Kraft.“ Die Krankheit beginne schleichend: Geliebte Angehörige verändern sich, normale Gespräche werden zunächst schwierig, im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit fast unmöglich. Es kann passieren, dass die Brille im Kühlschrank liegt, der Neffe nicht mehr erkannt wird, einfache Handgriffe wie Hemdanziehen lange dauern. Die Angehörigen können sich nur auf ihr demenzerkranktes Familienmitglied einstellen, umgekehrt geht das nicht mehr.

Der Pflegestützpunkt Schwalm-Eder geht von rund 2500 an Demenz erkrankten Menschen im Landkreis aus - und die Zahl wird steigen. Deshalb wächst auch die Nachfrage in den Beratungsstellen des Schwalm-Eder-Kreises.

Sprechstunden und Pflegekurse

Diesen Trend bestätigt Birgit Schwalm. Die ausgebildete Altenpflegerin bietet jeden Monat Demenzsprechstunden in Melsungen an und gibt Pflegekurse für die pflegende Angehörige von Demenzkranken im gesamten Kreisgebiet. „Früher gab es das Thema Demenz zwar auch“, sagt sie, „aber damals gab es nicht so viele alte Menschen.“

Langsam lösen sich auch Tabu und Makel des Themas. Dabei helfen auch Prominente, die mit ihrer Demenzerkrankung an die Öffentlichkeit gehen wie jüngst der frühere Fußballmanager von Schalke 04, Rudi Assauer.

Im Landkreis gibt es diverse Betreuungsangebote: privat, von Pflegediensten, der Kirche oder Trägern stationärer Einrichtungen.

Mehr dazu in der gedruckten Ausgabe der HNA.

Von Claudia Feser

Quelle: HNA

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