Skatspieler Denis Hauptvogel fährt zur Deutschen Einzelmeisterschaft

Fritzlar. Denis Hauptvogel hat es als erster aus seinem Skatverein Heb ab Fritzlar geschafft, sich für die Deutsche Einzelmeisterschaft zu qualifizieren.

Dabei spielte der 33-Jährige Skat lange Zeit nur zum Spaß. "Ich bin erst vor fünf Jahren in den Verein eingetreten. Davor war es nur ein Hobby." Heute bezeichnet Hauptvogel Skat als eines der besten Kartenspiele, die es gibt.

Über die Teilnahme an der Meisterschaft freut sich Denis Hauptvogel sehr. "Es nehmen 160 Teilnehmer an dem Turnier teil. Wenn ich unter die ersten 30 komme, wäre das super", sagt er. "Aber wenn man sich für die Meisterschaft qualifiziert hat, will man natürlich am Ende gewinnen."

Seine Teilnahme an dem Turnier sicherte sich Hauptvogel durch verschiedene Qualifikationsrunden. Bei der Nordhessischen Meisterschaft wurde er 16. und schaffte so den Sprung zur Einzelmeisterschaft in Hessen. Dort belegte er Platz zehn, der zur Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft berechtigt. Diese wird am 25. und 26. Mai in Ulm ausgetragen.

Nie die Lust am Spiel verloren

Zum Skatspieler ist der Fritzlarer durch seinen Vater geworden. "Mit zwölf Jahren musste ich mit ihm und einem seiner Freunde Skat spielen, weil ihnen der dritte Mann gefehlt hat. Damals habe ich viel Lehrgeld bezahlt", sagt Hauptvogel. Beim Pfennig-Skat habe er gegen erfahrene Spieler ständig verloren, und wenn er mal eine schlechte Runde gespielt hat, habe er von seinem Vater viel Schimpfe bekommen. "Trotzdem habe ich nie die Lust am Spiel verloren." Egal ob in der Schule, wo er mit seinen Freunden in der Pause gespielt hat, oder zuhause, wo das Kartenspiel dem Fernseher oft vorgezogen wurde, "Skat war immer da."

Hauptvogel bezeichnet das Spiel auch als eine Gelegenheit, Freundschaften zu schließen. Im Verein habe er viele nette Menschen kennengelernt, die ihm jetzt für die Deutsche Einzelmeisterschaft die Daumen drücken.

Das Besondere in diesem Jahr: Skat wird 200 Jahre alt. Allerdings verzeichnen die Vereine Rückgänge bei den Mitgliederzahlen. Ob das Spiel noch eine Zukunft hat, weiß der 33-Jährige nicht. Als mögliche Gründe für das schwindende Interesse sagte er, dass Jugendliche lieber am Computer sitzen und online spielen würden. Außerdem könne das hohe Durchschnittsalter in den Vereinen Jugendliche abschrecken, sich den Gruppen anzuschließen. "Aber vielleicht entwickelt es sich bald wieder ganz anders. Skat ist 200 Jahre alt und kann noch 200 Jahre existieren."

Für das Weiterleben der Skat-Kultur leistet Denis Hauptvogel seinen eigenen Beitrag. Genau wie er mit seinem Vater früher Skat spielte, sitzt sein Sohn Enrico am Tisch und reizt seinen Vater.

Quelle: HNA

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