Ruine in Wollrode könnte noch dieses Jahr aus dem Ortsbild verschwinden

Denkmal vor dem Abriss

Zwei Ansichten einer Ruine: Das denkmalgeschützte Fachwerkhaus am Südring 2 in Wollrode. Fotomontage: Grugel

Guxhagen. Die Gemeinde Guxhagen will in Wollrode das Fachwerkhaus am Südring 2 nach Möglichkeit abreißen. Das teilte Bürgermeister Edgar Slawik nach einem Ortstermin mit einem Vertreter der hessischen Finanzverwaltung mit. Hintergrund: Das Land Hessen hatte die seit Jahren leer stehende Immobilie Anfang Januar geerbt.

Falls sich die beteiligten Behörden einig werden, könnte das Haus noch dieses Jahr abgerissen werden, teilte Edgar Slawik mit. Geplant sei ein Vertrag, nach dem sich die Gemeinde und die hessische Finanzverwaltung die Abrisskosten und den Erlös aus dem Grundstücksverkauf teilten. Allerdings müsse auch die Kreisverwaltung dem Ganzen noch zustimmen.

So muss der Kreis das Gebäude unter anderem aus dem Denkmalschutz entlassen. Denn nach der Aktenlage gilt das Lehmhaus aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts als schützenswert. Der Grund laut Kreisverwaltung: Das Fachwerkhaus ist nach barocker Tradition als Ernhaus gebaut. Ernhäuser haben besondere architektonische Lösungen für Flure. Oft verbinden sie Wohn- mit Wirtschaftsbereichen und weisen an der Außenfassade landschaftstypische Schmuckelemente auf. Das Haus in Wollrode ist – abgesehen vom verschieferten Giebel – in dieser Hinsicht eher schlicht gehalten.

Der geplante Abriss des Gebäudes ist aus Gemeindesicht ein krasses Beispiel in Sachen Leerstand. „Solche Fälle werden immer wieder auf uns zukommen“, sagte dazu Ortsgerichtsvorsteher Bernd Kördel. Ein Szenario, das auch Edgar Slawik für die Zukunft nicht ausschloss. Möglicherweise schlügen die Leute angesichts hoher Sanierungs- und Unterhaltungskosten ihr Hauserbe künftig immer öfter aus. Dann könne es zur traurigen Pflicht öffentlicher Stellen werden, die Häuser zu entsorgen. (lgr)

Quelle: HNA

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