Stadtgeschichtliche Arbeitskreis lud ein zur Führung entlang der Stadtmauer

Denkmal für Touristen

Sachkundig: Renate Wagner erklärte den Gästen der Exkursion die Geschichte der Stadtmauer. Fotos: Haaß

Treysa. Zu einem historischem Rundgang rund um die alte Stadtmauer in Treysa lud der Stadtgeschichtliche Arbeitskreis Treysa zum Tag des offenen Denkmals ein.

Das Motto des bundesweiten Denkmaltags in diesem Jahr hieß „Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?“ Damit wurde die zentralen Fragestellungen der Denkmalpflege thematisiert: Was ist wert, erhalten zu werden und weshalb? Was macht Denkmale unbequem und warum? Gibt es überhaupt „bequeme“ Denkmale?

Verschiedene Blickwinkel

Knapp 35 stadtgeschichtlich Interessierte nutzten in Treysa ihren Sonntagsspaziergang als Chance, die alte Stadtbefestigung aus verschiedenen Blickwinkeln zu erleben.

Inge Schneider-Scholz, Stepahnie Röhler und Renate Wagner vom Stadtgeschichtlichen Arbeitskreis führten die Gruppe in zwei Stunden um das noch zu fast 75 Prozent zumindest in Ansätzen erhaltene Bauwerk und spannten dabei gekonnt den Bogen aus dem Mittelalter bis in unsere Zeit. „Bau und Unterhalt der Stadtmauer ist durch alle Jahrhunderte immer mit hohen Kosten für die Stadt und ihrer Bürger verbunden gewesen. Diente sie in vergangenen Jahrhunderten noch dem Schutz vor Feinden und Räuberbanden, so ist sie heute vielmehr eine potenzielle Attraktion für Touristen“, sagte Schneider-Scholz.

Aufwändige Sanierung

Bürgermeister Dr. Gerald Näser, der die Gruppe begleitete, machte deutlich, wie wichtig der Erhalt der alten Verteidigungsanlagen für die touristische Vermarktung Treysas sei.

„Die Stadt möchte zukünftig bis zu 50 000 Euro jährlich für den Erhalt der Stadtmauer ausgeben, die Gesamtsanierung wird aber sicherlich einige Jahre dauern“, sagte Näser mit Blick auf das aktuell zu sanierende Teilstück zwischen Neuer Weg und Am Angel.

Die professionelle und kurzweilige Führung in Treysa durch die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Arbeitskreises fand bei allen Teilnehmern großen Anklang, und zahlreiche Rückfragen und Diskussionen zeugten von hohem Interesse.

Von Matthias Haaß

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare