E-Plus-Planungen

Denkmalschützer sorgen sich wegen des geplanten Funkmasts auf Hasunger Berg

Bedeutender Ort: Dort, wo heute auf dem Hasunger Berg ein Holzkreuz steht, befand sich einst die Krypta der Klosterkirche mit dem Grab des Heiligen Heimerad. Links das Wasserhäuschen, neben dem E-Plus den 25 Meter hohen Funkmast bauen möchte. Foto:  Norbert Müller

Burghasungen. Die Hüter der Hasunger Historie sind in Sorge: Nachdem bekannt wurde, dass der Mobilfunkanbieter E-Plus sich ausgerechnet den Berg des Heiligen Heimerad, den Hasunger Berg, ausgesucht hat, um einen 25 Meter hohen Funkmast zu bauen, rechnen sie mit dem Schlimmsten.

Und dazu gehört, wie Josef Sprenger sagt, die Befürchtung, die Stadt Zierenberg könne sich mit dem Mobilfunkanbieter einigen, vorbei den besorgten Bürgern. Die bisherigen Signale aus dem Rathaus und auch von einigen Mitgliedern des Ortsbeirates „lassen erkennen, dass man dem Antrag zur Errichtung des Sendemastes auf dem Berg grundsätzlich positiv gegenüber steht“, so das Vorstandsmitglied des Museums Kloster Hasungen.

„Wir setzen sowas nicht hin, wenn es die Leute nicht wollen.“

Die Befürchtungen von Josef Sprenger, der gleichzeitig auch Vorsitzender des Arbeitskreises Dorferneuerung Burghasungen ist, hält Zierenbergs Bürgermeister Stefan Denn für „unbegründet“. Der Verwaltungschef weiter: „Wenn der Magistrat für den Standort ist, dann gibt es eine Bürgerversammlung, und dann hört man die Meinung der Bürger. Wir setzen sowas nicht hin, wenn es die Leute nicht wollen.“

Denn sagt, „Mitte November“ sei ein neuer Gesprächstermin mit E-Plus vereinbart. Und dabei gehe es „auch um einen Alternativstandort“, der „von der Ortslage entfernt“ liege. „Dann erst wird es konkret“, erklärt der Bürgermeister, der betont, „die Strahlungsintensität für die Bürger stand bei meinen persönlichen Überlegungen im Mittelpunkt“.

Dass man sich wegen des „Standorts als Kulturgut“ sorge und dass man keinen Mast am Grab des Heimerad will, so der Bürgermeister „kann ich ein Stück weit nachvollziehen.“

Voll und ganz nachvollziehen kann das Dr. Thilo Warneke, ehrenamtlicher Denkmalpfleger für den Landkreis Kassel, freier Kulturhistoriker und Archäologe aus Ahnatal. „Dort oben auf dem Berg, der im Ganzen unter Denkmalschutz steht, ist alles ganz hochsensibles Gelände, dort sollte man keine Ausschachtungen vornehmen.“ Und auch das Fahren mit Lkw und Baggern verbiete sich auf einem solchen Areal.

In den 1970er-Jahren wurde das Wasserhäuschen, neben dem E-Plus den Mast errichten möchte, ohne jede archäologische Begleitung gebaut. „Wir gehen davon aus, dass genau an dieser Stelle die St. Michaelskapelle stand“, ein Gotteshaus aus der Zeit Heimerads, das sich schon vor dem Kloster auf dem Berg befand. Um 1800 wurde die Kapelle abgerissen. Der Bau des Wasserhäuschens zerstörte vermutlich letzte Reste. Dr. Warneke: „Die ist unwiederbringlich verloren. Der Verlust für die Wissenschaft ist enorm.“ Dem Hasunger Berg sollte man weitere Eingriffe unbedingt ersparen.

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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