Denkmalschutzpreis für Heiligenbergverein

Fast 12 000 Arbeitsstunden in mehr als zehn Jahren: Das Foto zeigt einen Teil der Mannschaft, die das geleistet hat. Von den einst 43 Helfern sind bereits acht verstorben. Mit im Bild Bürgermeister Volker Steinmetz (links). Foto: Schaake

Gensungen. Der Heiligenbergverein Gensungen erhält den Preis „Ehrenamt in der Denkmalpflege" für die Instandsetzung der Burgruine auf dem Heiligenberg. Der Preis wird am 5. Dezember in Wiesbaden verliehen.

Initiator der Instandsetzungs-Kampagne ist Fritz Strack, von 2000 bis 2013 erster und nun Ehrenvorsitzender des Vereins. Er wird den Preis zusammen mit dem 2. Vorsitzenden, Walter Clobes, empfangen. Auch Bürgermeister Volker Steinmetz fährt mit zur Preisverleihung.

Die Bilanz

Ohne das Engagement der Mitglieder des Heiligenbergvereins könnte „Hessenlandes Krone“ heute nicht mehr betreten werden. Bäume, Büsche und Frost hätten die Basaltmauern „gesprengt“, Wildwuchs hätte das Gelände unbegehbar gemacht. Der auch bei Touristen sehr beliebte Heiligenberg - Eigentümer ist der Kreis - ist das ganze Jahr über ein beliebtes Ziel.

Die Vorgeschichte

Auf den Grundmauern einer mittelalterlichen Burg wurde die Anlage samt Turm von 1935 bis 1939 unter der Regie von Regierungsbaurat Dr. Georg Textor vom Staatsbauamt Homberg von der Gensunger Firma Johannes Fröhlich aufgebaut. Dabei halfen Anwohner aus Gensungen und den Nachbardörfern. In einer Kette reichten sie die Steine den Berg hinauf.

Die Nazizeit

1939 wurde die Burg von den Nationalsozialisten zweckentfremdet. Die Nazis weihten für Kurhessen ein Gauehrenmal ein. Die Gedenkplatte mit dem Hakenkreuz wurde nach dem Krieg beseitigt.

Die Nachkriegszeit

Nach dem letzten Krieg kümmerte sich der 1946 wiedergegründete Heiligenbergverein vorrangig um die Pflege der Ruine. Als herausragende Beispiele nennt Strack den Bau des äußeren Tores - siehe Artikel unten - und den Aufbau der Gensunger Spitze von 1956 bis 1960.

Die Schäden

Die Mauern hatten vor Beginn der Arbeiten Risse, Frost hatte Mauern beschädigt, die große Freitreppe war in einem schlechten Zustand.

Die Idee

Maurermeister Hellmut Groß aus Heßlar und seine Skatbrüder Heinrich Allmeroth und August Siebert befestigten 2002 die Sandsteinplatten auf dem Turm. Werner Braun war Mithelfer der ersten Stunde. „Das war meine Stunde“, sagt Fritz Strack heute. Wenn man so viel Sachverstand im Verein hat, dachte er sich, „muss man mehr daraus machen“. Seine Idee: Eine dauerhafte Restaurierungsarbeit. Strack bat den Kreis als Eigentümer, die Burg umfassend zu sanieren. Der Kreis antwortete negativ, gab das an die Denkmalpflege weiter und stellte eine Verbindung zum Landesamt für Denkmalpflege her.

Der Handel

Ein Handel wurde vorgeschlagen: Es wurde ein Arbeitsvolumen von 10 000 Euro jährlich verabredet. Die Denkmalpflege gibt 2500 Euro pro Jahr für Baumaterial, die freiwillige Arbeitsstunde wird mit 7,50 Euro angesetzt. Dafür fließt aber kein Geld. Das kommentiert Strack heute so: „Durch unsere 11.773 Arbeitsstunden ist der Kreis als Eigentümer um knapp 100.000 Euro reicher geworden.“ Strack weiß, dass ein Baudenkmal eine Dauerbaustelle ist und bleibt: „Wir haben das richtige Material verwendet, aber die Hoffnung, dass das ewig hält, ist geschwunden.“

Von Manfred Schaake

Quelle: HNA

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