Zwei Führungen angeboten

Tag des offenen Denkmals: Über 600 Besucher kamen zur Felsburg

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Die Felsburg als Publikumsmagnet: Am Sonntag gab es viel Lob für die Arbeit des Burgvereins, der sich jedes Jahr mit bis zu 1300 Arbeitsstunden für das Denkmal einsetzt.

Felsberg. Erfolg für den Burgverein Felsberg: Über 600 Besucher kamen am Wochenende zum Tag des offenen Denkmals auf die Felsburg. „Eine sensationelle Resonanz", sagte Kulturwart Hans Poth. Über 100 Besucher nahmen an zwei Führungen teil.

Das Thema Farbe im Denkmal erwies sich als Publikumsmagnet - auch wegen der umstrittenen Farbe des Burgturms. Viele nannten ihn den weißen Spargel oder den Leuchtturm im Edertal. Hintergrund: Der 30 Meter hohe Bergfried des staatseigenen Baudenkmals Felsburg war im Zuge der Sanierung verputzt worden. Die von den Denkmalpflegern gewählte Farbe ist nicht jedermanns Geschmack. Und das war auch Thema beim Tag des offenen Denkmals. Besucher fragen immer wieder, warum der Turm verputzt ist.

Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten am Bergfried wurde natürlich sofort gemeckert. „Sieht ja furchtbar aus, wie ein Silo.“ So oder ähnlich wurde über den Turm gelästert, nachdem Ende 1992 die Gerüst-Hüllen gefallen waren. Mehr als drei Jahre hatten die Bausanierer den wegen seiner Form so genannten Butterfassturm fest im Griff. Das historische Gemäuer aus Sand- und Basaltstein ist verputzt. In den Farben des damals verwendeten Kalkmörtels.

Weiß war er nie. Schwefel und andere Umwelteinflüsse hatten den Mörtel und den im oberen Bereich verwendeten Sandstein schwer geschädigt. Allein im oberen Teil rieselten jedes Jahr mehrere Schubkarrenladungen herunter. Das sah aus wie gelber Wüstensand.

Tag des offenen Denkmals auf der Felsburg

Tag des offenen Denkmals auf der Felsburg

Verputzen - das war das eindeutige Urteil der Fachleute. Sie sahen und sehen darin den besten Schutz. Nachdem die HNA darüber berichtet hatte, wurde viel gemeckert. Doch die mehrfach angedrohte Bürgerinitiative gegen das Verputzen gab es nicht.

Der damalige Vorstand des Burgvereins - seit 1885 Partner des Staates - war sich stets einig: „Der Burgverein meckert nicht. Er ist froh, dass der Turm und die Burg endlich saniert werden, und er hat volles Vertrauen in die Fachleute, zumal weite Bereiche der Anlage einsturzgefährdet sind.“

Nach Abschluss der Sanierung, die für die Gesamtanlage 18 Jahre dauerte, hofft der Burgverein, dass der Turm für mindestens 100 Jahre gesichert ist. Im oberen Teil waren vor dem Verputzen alle schadhaften Stellen bis ins letzte Detail mit Sandstein-Ersatz ausgebessert worden - Denkmalschutz in höchster Vollendung.

Von Manfred Schaake

Quelle: HNA

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