Schulweg führt in Melsungen durch Baustelle

Kein Bürgersteig für Grundschüler am Schloth

Verwirrende Wegführung: Sabine Nieding vor dem nicht fertiggestellten Bürgersteig zur Schule am Schloth in Melsungen. Sie hat Angst um die Kinder, die morgens zur Schule laufen. Foto: Nieswandt

Melsungen. Montagmorgen, kurz vor acht Uhr: Gleich beginnt an der Grundschule am Schloth in Melsungen der Unterricht. Sabine Nieding beobachtet, den geschäftigen Schulweg. Busse fahren knapp an den Kindern vorbei, da der Bürgersteig in Richtung der Schule wegen Bauarbeiten noch fehlt - ein gefährlicher und unhaltbarer Zustand.

Aufgeschütteter Sand liegt dort, wo die Kinder eigentlich laufen sollten. Barken, die halb auf der Straße stehen, weisen einen neuen Weg aus. „Durch die ganzen Barken, die kreuz und quer herumstehen, wissen die Kinder nicht, wo sie laufen sollen und weichen auf die Fahrbahn aus“, sagt Sabine Nieding, die selbst zwei Kinder hat. Eins davon ist im Grundschulalter. „Kinder in diesem Alter können den Straßenverkehr noch nicht einschätzen“, sagt die besorgte Mutter.

Das sei besonders gefährlich, wenn sich ein Bus und ein anderes Fahrzeug begegnen. „Ich habe einfach Angst, dass den Kindern etwas passiert, gerade jetzt, wo die neuen Erstklässler mit der Schule starten“, sagt Nieding, die eigentlich in Niedersachsen lebt und gerade ihre Mutter in der Straße Schöne Aussicht besuchte. Die aus ihrer Sicht gefährliche Situation in der Straße hat sie nur zufällig mitbekommen

Sie fordert, dass die Polizei morgens schauen soll, dass nichts passiert, und den Kindern gegebenenfalls erklärt, wie sie sich zu verhalten haben. Außerdem sollten Schilder aufgestellt werden, die kennzeichnen, wo der Fußweg überhaupt langgehe, meint Nieding.

Sabine Nieding hat ihre Sorgen auch der Polizei in Melsungen mitgeteilt. Beamte waren gestern vor Ort und haben die Situation aber als ungefährlich eingestuft. Die Angelegenheit ist aber laut Polizei an das Ordnungsamt weitergeleitet worden.

Karin Muche, Schulleiterin der Grundschule am Schloth, sieht die Baustelle grundsätzlich als Gefahr an. Wenn aber alle aufeinander Rücksicht nehmen würden, passiere auch nichts. „Wir leben jetzt seit März mit Baustellen rund um die Schule.

Es sei mit der Stadt abgesprochen, dass es auch sichere Schulwege gebe, wo aktuell nicht gebaut werde - etwa den Schlothweg, sagt die Schulleiterin. Diese Absprache halte die Stadt auch ein. Ein Problem sieht Muche aktuell eher darin, dass so viele Eltern ihre Kinder zur Schule fahren und sich neben den Bussen mit ihren Autos auf der engen Straße aufhalten.

Die Eltern seien aber informiert worden und viele würden ihre Kinder zu Fuß bringen. Den Anwohnern wurde gesagt, dass die Baustelle bis zum Schulbeginn verschwunden sein soll.

Von Leona Nieswandt

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare