Skandal um Limburger Bischof wirkt sich auch im Landkreis aus

Katholiken und Protestanten: Deutlich mehr Austritte aus den Kirchen

Der Skandal um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van-Elst hat offenbar Auswirkungen auf die gesamte katholische, aber auch die evangelische Kirche. Deutlich mehr Kirchenaustritte verzeichnen die Amtsgerichte im Schwalm-Eder-Kreis. Foto: Archiv

Schwalm-Eder. Deutlich mehr Kirchenaustritte verzeichnen die Amtsgerichte im Schwalm-Eder-Kreis. Offenbar hat der Skandal um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van-Elst hat offenbar Auswirkungen auf die gesamte katholische, aber auch die evangelische Kirche.

Im Vorjahr haben an den Amtsgerichten Fritzlar (auch zuständig für Bad Wildungen), Melsungen und Schwalmstadt 531 Christen ihren Austritt aus der Kirche erklärt. Im laufenden Jahr sind es bis jetzt schon 693, das ist ein Zuwachs von 23 Prozent.

Besonders eklatant ist der Anstieg in der katholischen Kirche, 125 Austritten im Jahr 2012 stehen 193 im laufenden Jahr gegenüber - das sind 54 Prozent mehr, bei den Protestanten immerhin 23 Prozent.

Jörg Stefan Schütz, katholischer Dechant und Stadtpfarrer in Fritzlar, spricht von leicht erhöhten Austrittszahlen in seinen Gemeinden (Fritzlar, Wabern und Ungedanken). Wenn der Kirche vom Amtsgericht ein Austritt gemeldet werde, suche man den Kontakt, um die Beweggründe zu erfahren.

Es ärgere ihn durchaus, dass der Limburger Bischof Grund zu Austritten gebe, sagte Schütz: „Da ist ja auch vieles vermischt worden; das Bistum Limburg hat mit dem Bistum Fulda nichts zu tun.“ Er wies darauf hin, dass der Haushalt der Gemeinde und der Diözese eingesehen werden könne, das werde aber kaum genutzt.

Menschen, die austräten, hätten meist schon zuvor ein distanziertes Verhältnis zur Kirche gehabt und für sie sei ein Fall wie der des Limburger Bischofs der Tropfen, der das Fass dann zum Überlaufen bringt.

Der evangelische Fritzlarer Dekan Dr. Helmut Umbach ärgert sich, wenn Protestanten wegen eines katholischen Bischofs die Kirche verlassen. Da werde offenbar etwas gleich gesetzt, obwohl die evangelische Kirche sehr demokratische Strukturen habe.

Mehr dazu in der gedruckten Ausgabe der HNA.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare