Deutsch-polnisches Jugendzeltlager in Wabern

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Vor dem renovierten Bahnhofsgebäude: Deutsche und polnische Teilnehmer des Jugendzeltlagers in Wabern besichtigten beim Rundgang durch die Gemeinde unter anderem den früheren Bahnhof.

Wabern. Urlaub in Nordhessen: Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 23 Jahren aus der polnischen Gemeinde Kaczory im Schwalm-Eder-Partnerkreis Pila, treffen sich in dieser Woche mit Kindern und Jugendlichen aus Wabern zu einem deutsch-polnischen Jugendzeltlager.

Seit dem Jahr 2006 gibt es die Begegnungen der jungen Leute, die auf der Partnerschaft des Schwalm-Eder-Kreises mit Pila gründet, erklärte Büroleiter Claus Steinmetz von der Waberner Gemeindeverwaltung. Zum vierten Mal findet das Zeltlager statt, zwei Mal besuchten Waberner Kinder und Jugendliche bereits die polnische Gemeinde. Im Jahre 2008 war das Zeltlager in Harle zu Gast.

In diesem Jahr wurden die großen Feuerwehrzelte auf dem Gelände der Schule am Reiherwald in der Kerngemeinde aufgebaut, von dort aus werden die rund 100 Teilnehmer aus beiden Ländern die Region besuchen und gemeinsam viel unternehmen. Disco, Kanutour, Besichtigung von Wabern, Fritzlar und Gudensberg sowie der Besuch des Weltkulturerbes Bergpark Wilhelmshöhe stehen auf dem Programm für die Woche.

Die Kinder und Jugendlichen hätten schon am ersten Abend miteinander ins Gespräch gefunden, sie verständigten sich auf Englisch und Deutsch, was in polnischen Schulen zum Fremdsprachenangebot gehört, berichtete Steinmetz. Sich kennenzulernen sei der beste Weg, um Vorurteile abzubauen. Zur gemeinsamen Besichtigung sei auch die Synagoge in Gudensberg eingeplant, denn es sei wichtig, auf die konfliktreiche Vergangenheit hinzuweisen, unter der auch die Polen gelitten haben, meinte er.

Den Gästen gefalle es gut in Nordhessen, sie seien beeindruckt von Wabern. Fünf der Jugendlichen waren zum zweiten Mal dabei, alle sind in der Jugendfeuerwehr.

Nach den ersten Treffen, bei denen auch verschiedene Vereine dabei waren, seien inzwischen die Jugendfeuerwehren übrig geblieben, berichtete Steinmetz, der auch Gemeindebrandinspektor ist.

Die Struktur der polnischen Jugendfeuerwehr sei lockerer als bei den deutschen Jugendfeuerwehren. Dafür herrschten im polnischen Zeltlager etwas strengere Regeln als hier, beispielsweise bei den Schlafenszeiten oder der Zeltinspektion.

"Aber im Ergebnis sind alle Kinder und Jugendlichen gleich", meinte er. Die Gäste gingen genauso gerne shoppen wie die einheimischen Jugendlichen. Besuche beim Edeka-Markt sowie im Einkaufszentrum in Kassel seien bei allen gleichermaßen beliebt.

Nach einem Begegnungsabend am Freitag werden die polnischen Gäste am Samstag wieder die Heimreise antreten.

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

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