Er folgt dem Austräger

Deutschlandpremiere: Post testet neuen Zustellroboter in Bad Hersfeld

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Die Deutsche Post testet ihren neuen Zustellroboter PostBOT in Bad Hersfeld:

Bad Hersfeld. Vor zahlreichen Medienvertretern und interessierten Passanten hat die Deutsche Post am Mittwoch ihren neuen Zustellroboter "PostBOT" in Bad Hersfeld vorgestellt. 

Er kann mit bis zu 150 Kilogramm beladen werden und folgt seinem Zusteller mit sechs km/h auf dem Fuß: Der "PostBOT" soll die Postboten, die zu Fuß unterwegs sind, unterstützen beziehungsweise den Austrägern die Arbeit erleichtern, erläuterte Jürgen Gerdes, Konzernvorstand Post, E-Commerce, Parcel der Deutschen Post DHL Group. Er stellte das Projekt am Mittwoch gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Fehling vor, der sich selbst gerne als "Tekki" - also Technikfreak - bezeichnet und die Stadt als "Smart City" voranbringen möchte.  Im vergangenen Jahr sei man bei einer Veranstaltung mehr oder weniger zufällig ins Gespräch gekommen, berichtete Fehling, wie es zu der Deutschlandpremiere ausgerechnet in Nordhessen gekommen ist. Eine Kleinstadt biete überdies den Vorteil von kurzen Entscheidungswegen. Für den Einsatz des "PostBOTs" ist eine spezielle Genehmigung notwendig.

"Unsere Mitarbeiter sind das wichtigste und stehen im Vordergrund", sagte Gerdes mit Blick auf die deutschlandweit rund 100.000 Zusteller. "Wir hoffen, dass alles funktioniert und uns der Roboter wirklich einen Nutzen bringt. Was wir machen, ist echt und kein PR-Gag."

Um den Datenschutz und mögliche Arbeitsplatzverluste müsse sich niemand sorgen, betonte der Vorstand. Der Roboter zeichne weder etwas auf, noch solle er den Menschen ersetzen. "Er kann nicht lesen und kommt auch nicht an den Briefkasten heran", so Gerdes augenzwinkernd. Der "PostBOT" ist 1,50 Meter hoch und wiegt rund 180 Kilogramm. Er kann bei jeder Witterung eingesetzt werden, wird mit einem Elektromotor gesteuert und erkennt seinen Zusteller. Wie das genau funktioniert und welchen Wert ein solcher Roboter hat, wollte Gerdes allerdings nicht verraten.

Für sechs Wochen werden zwei solcher Begleitwagen nun in der Kreisstadt getestet. Zustellerin Cindy Rexrodt wird mit dem Roboter im Bereich der Innenstadt unterwegs sein. Zudem soll er von der Poststelle der Stadtverwaltung genutzt werden, deren Mitarbeiter laut Stadtsprecher Meik Ebert täglich vier bis acht Kilometer zwischen den verschiedenen Verwaltungsstandorten unterwegs sind.  Gerdes und Fehling wollen übrigens schon weitere Ideen geschmiedet haben. "Wir sehen uns sicher wieder", erklärte der Post-Vorstand bei der Pressekonferenz. Der Roboter: Daten und Fakten Der „PostBOT“ ist ein ergonomisch konzipierter Begleitroboter, der die Zusteller laut Post bei ihrer körperlich anstrengenden Arbeit unterstützen soll. Der „PostBOT“ folgt dem Zusteller automatisch, er erkennt dessen Beine. Er soll bei jeder Witterung eingesetzt werden können und reagiert mittels Sensorik auf Hindernisse. Per Fernbedienung mit Not-Aus-Knopf kann das Gerät jederzeit auch manuell gesteuert werden.  Der Roboter ist 150 mal 70 mal 120 Zentimeter groß, wiegt rund 180 Kilogramm und fährt sechs km/h schnell. Er kann mit maximal 150 Kilo beladen werden und bietet Platz für sechs Briefbehälter. Der „PostBOT“ verfügt über einen Elektromotor mit einer Laufzeit von bis zu acht Stunden. (Nadine Maaz)

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