B. Braun: Sebastian Senff ist Deutschlands bester Außenhändler

Superazubi: Kay-Henric Engel (links), Leiter Berufsausbildung B.Braun Melsungen, freut sich mit Sebastian Senff über die Auszeichnung. Foto: Kamisli

Melsungen/Fritzlar. Eigentlich wollte Sebastian Senff Industriekaufmann werden – alternativ vielleicht Bankkaufmann. Doch während des Bewerbungsgespräches bei B.Braun habe man ihm eine Ausbildung zum Außenhändler angeboten. „Ich habe sofort zugestimmt“, erinnert sich der 24-Jährige.

Jetzt hat er seine Ausbildung zum Beruf des Groß- und Außenhandelskaufmann Fachbereich Außenhandel als Bester in ganz Deutschland abgeschlossen. Wie berichtet, wurde er mit über 200 anderen Superazubis kürzlich in Berlin dafür ausgezeichnet.

Ob er geahnt hat, dass er der Beste ist? Sebastian Senff schüttelt den Kopf. Ausgerechnet am Tag vor der Außenhandelsprüfung sei er so aufgeregt gewesen, dass er in der Nacht nur zwei Stunden geschlafen habe, erinnert sich der junge Mann, der gern Rockabilly Musik hört.

Viel kann er trotz aller Nervosität nicht falsch gemacht haben. Schließlich hat er 98 von 100 Punkten erreicht und ist damit auf seinem Gebiet der Beste Deutschlands. Dabei habe er gar nicht soviel für die Abschlussprüfung gelernt, sagt Senff, der in Fritzlar noch bei seinen Eltern wohnt. „Ich habe während der Ausbildung schon gut aufgepasst, weil es mich einfach interessiert.“

Wenn der junge Mann über seine Ausbildung spricht, nach deren Abschluss er bei B.Braun übernommen wurde, merkt man, dass er viel Herzblut in seine Arbeit steckt.

Eine prägende Zeit während der Ausbildung sei das Praktikum in Thailand gewesen. Sebastian Senff war fünf Wochen am B.Braun-Standort in Bangkok und für vier Wochen in Rayong. Angst habe er davor nicht gehabt. „Man lernt unglaublich viel über sich selbst – darüber was für ein Typ man ist“, sagt der Fritzlarer.

Ein Praktikum in Asien sei schon immer sein Traum gewesen. Von den Menschen und der Kultur ist er begeistert. Daher fand er es nicht schlimm, dass er wegen eines falschen Visums für einen Tag nach Singapur reisen musste, sagt er und lacht. Und weil er schon mal in der Nähe war, hat er sich den Standort in Malaysia auch gleich angesehen. Die Erfahrungen, die er in Thailand gesammelt hat, kann er auch jetzt noch gut gebrauchen, weil er als Sachbearbeiter im Supply Chain Management bei B.Braun weiterhin mit den Kollegen in Thailand zusammenarbeitet.

Auch die Arbeit im Berufsorientierungsteam (BOT) habe ihm großen Spaß gemacht, betont Senff, der an der König-Heinrich-Schule in Fritzlar sein Abitur gemacht hat. Gemeinsam mit dem BOT-Team habe er in Schulen und auf Jobmessen junge Menschen über die unterschiedlichen Ausbildungsberufe bei B.Braun informiert. „Wir konnten die Jugendlichen sozusagen auf Augenhöhe informieren“, sagt Sebastian Senff.

Er empfiehlt Schulabgängern, die sich für den Beruf des Groß- und Außenhandelskaufmann interessieren, den Fokus auf gute Noten in Mathe, Deutsch und Englisch zu legen. Ein Interesse für Fremdsprachen, Flexibilität und die Bereitschaft ins Ausland zu gehen, seien ebenso wichtig. „Wer nicht von Zuhause weg will, für den ist das nichts.“

Weil Stillstand nicht seins ist, will Senff demnächst ein berufsbegleitendes Studium in Internationaler BWL beginnen.

Von Barbara Kamisli

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare