Sieglinde Heinemanns Hundedame sorgt für Abwechslung in der Seniorenresidenz

Dicke Schmatzer von Lissy

Kuschelrunde: Marie Uthof genießt die Zeit mit Hundedame Lissy. Fotos: Hoffmann

Wolfhagen. Ein schrilles Bellen, ein flinker Sprung und Lissy sitzt auf dem Schoß von Marie Uthof. Die rüstige alte Dame weiß genau: Wenn es Nachmittag wird in der Phönix Seniorenresidenz, der Napf im Eingangsbereich mit frischem Wasser gefüllt ist, dann kommt der kleine Puli zu Besuch.

Nicht nur sie erwartet den kleinen weißen Hund sehnsüchtig, auch für ihre Mitbewohner gehört die Schmuse- und Spielrunde mit dem Vierbeiner zur willkommenen Abwechslung.

Seit fast zwei Jahren verbindet Sieglinde Heinemann ihren täglichen Spaziergang mit einem Besuch in der Seniorenresidenz. Lissy ist längst zum Phönixhund geworden, fühlt sich hier wie Zuhause. Zweimal schon ist sie ihrem Frauchen ausgebüchst. „Suchen musste ich nicht lange nach ihr, denn sie hat nur ein Ziel, ihre alten Freunde“, erzählt Heinemann lachend.

Die Rentnerin freut sich jeden Tag aufs Neue, wenn sie in die strahlenden Augen der Bewohner blickt, während Lissy ihnen einen dicken Schmatzer ins Gesicht drückt, schwanzwedelnd ihr Spielzeug apportiert oder einfach von Schoß zu Schoß hüpft.

Ganz nebenbei wird noch ein Schwätzchen gehalten, oder eine Geschichte vorgelesen. „Ich habe im Krankenhaus gearbeitet und schon immer einen guten Draht zu älteren Menschen gehabt“, sagt Heinemann. „Ich bekomme sehr viel von den Menschen zurück, das tut auch meiner Seele gut“.

Sieglinde Heinemann ist ehrenamtliche Helferin in der Einrichtung am Wolfhager Teichberg und mächtig stolz auf ihre Hündin, die sie aus einer Auffangstation eines Kasseler Tierheims geholt hat. Lissy ist ein ungarischer Straßenhund, der sich mittlerweile zum Therapiehund gemausert hat. „Eine steile Karriere, welcher Hund schafft das schon“, freut sie sich. Ihre Tätigkeit im Seniorenheim übt sie gerne aus, was vor allem Einrichtungsleiter Axel Dietrich freut. „Unsere hauptamtlichen Mitarbeiter aus dem Sozialdienst decken zwar viele Bereiche ab, doch oft fehlt einfach die Zeit“.

„Ich bekomme sehr viel von den Menschen zurück, das tut auch meiner Seele gut.“

sieglinde heinemann

Ehrenamtliche Betreuer wie Frau Heinemann seien eine ideale und willkommene Ergänzung zum Team, für viele Bewohner oft Ersatz für Freunde und Familie. Neben den Besuchen von Lissy wird bei Phönix auch ein Chor ehrenamtlich betreut. „Montags muss ich etwas schneller arbeiten, denn wenn um 15.30 Uhr vor meinem Büro 30 Kehlen zu singen anfangen, ist nicht mehr viel zu machen“, erzählt Dietrich schmunzelnd. Doch das nimmt er gerne in Kauf, denn auch er ist nur glücklich, wenn seine Bewohner es sind.

Und die scheinen es zu sein, was man deutlich an Marie Uthof sieht, die gar nicht genug kriegen kann von ihrem tierischen Besuch am Nachmittag.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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