Mit der Ansiedlung von Sartorius Stedim sind alle großen Flächen im Guxhagener Gewerbegebiet vermarktet

Dicker Fisch fürs letzte Grundstück

Guxhagen. Durch die Ansiedlung der Biotech-Firma Sartorius Stedim dürfte Guxhagen nicht nur wirtschaftskräftiger, sondern auch bunter werden.

Den internationalen Spezialisten des Unternehmens werde man im Ort begegnen und dabei auch manches fremdländische Gesicht entdecken, kündigte Verwaltungsratsmitglied Volker Niebel bei der Vertragsunterzeichnung an: „Zum Beispiel indische Kollegen sind permanent hier bei uns.“

Durch die Neuansiedlung bekommen die Guxhagener nicht nur einen starken wirtschaftlichen Impuls, sondern auch die letzte große Fläche in ihrem Gewerbegebiet an der Autobahn gefüllt, das die Gemeinde seit 1990 entwickelt hat. „Bei den Verhandlungen waren wir froh, eine Vorratsfläche zu haben, die auch genehmigungsfähig ist“, sagte der Melsunger Architekt Wilmar Rüttger. Er konzipiert den Neubau und war mit seiner Firma PR Bau und Boden auch federführend am Aufbau des Gewerbegebiets beteiligt. „Ich glaube, dass das für Guxhagen eine einmalige Chance ist“, sagte Rüttger zum Ansiedlungsprojekt Sartorius Stedim. Als Investor für das 14-Millionen-Euro-Vorhaben tritt der Guxhagener Speditionsunternehmer Karl Kördel auf – jedoch nicht mit seiner Transportfirma, sondern mit dem Tochterunternehmen Robos GmbH. Die sei „ein zweites Standbein“ für den Familienbetrieb, sagte Kördel, und habe sich bereits bei vergleichbaren Vorhaben engagiert.

So habe Robos vor elf Jahren im Gewerbegebiet die Verkaufsniederlassung für Fendt-Traktoren schlüsselfertig gebaut. Die befindet sich in direkter Nachbarschaft zu dem 10 000 Quadratmeter großen Gelände, auf dem Robos ab Frühjahr die Sartorius-Fertigungsstätte errichten wird. Das Unternehmen hat dafür einen langjährigen Mietvertrag unterschrieben. Sie werde ihrerseits noch mehrere Millionen Euro in den Standort investieren, sagte Volker Niebel. Nach seinen Worten liegt der Schwerpunkt des heute noch in Melsungen ansässigen Betriebes weniger auf der Fertigung als vielmehr bei Forschung und Entwicklung. 80 Prozent der Bioreaktoren für die Pharmaindustrie gingen in den Export. Sartotius Stedim spricht von einem wachsenden Markt. Inwieweit sich dadurch mittelfristig der Bedarf an Arbeitskräften vergrößern wird. wollte Niebel auf Nachfrage nicht beziffern. Auf jeden Fall wird der Unternehmensstandort durch einen 50-prozentigen Flächenzuwachs nach dem Umzug erheblich an Gestaltungsmöglichkeiten gewinnen.

Die Firma Kördel engagiert sich als Investor übrigens nicht deshalb, weil sie sich eine direkte Logistik-Partnerschaft mit Sartorius Stedim verspräche. „Stückgut ist nicht unbedingt unser Geschäft“, sagte Karl Kördel. Ob und in welchen Einzelfällen sich eine Kooperation auch im Transportgeschäft anbiete, müsse man sehen.

Die Schulfreunde Kördel und Rüttger, die den Deal zusammen maßgeblich eingefädelt haben, hätten „ganz, ganz viel für die Region getan“, sagte Guxhagens Bürgermeister Edgar Slawik. Sein Amtsvorgänger Winfried Becker, heute Vizelandrat des Schwalm-Eder-Kreises, äußerte sich ähnlich: Für eine positive Wirtschaftentwicklung im nördlichen Kreisgebiet sei ein „großes Puzzlestück“ gelegt.

Quelle: HNA

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