Raus aus Corona-Kosmos

Die Gedanken mit Meditation ausknipsen

Hat vor über 15 Jahren ihre Liebe zum Yoga entdeckt: Iris Wagner. Hier vor den Helfensteinen auf dem Dörnberg bei Zierenberg.
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Hat vor über 15 Jahren ihre Liebe zum Yoga entdeckt: Iris Wagner. Hier vor den Helfensteinen auf dem Dörnberg bei Zierenberg.

Yoga-Lehrerin aus Zierenberg zeigt, wie man mit Meditation die Gedanken abschaltet.

Zierenberg – Einen Moment innehalten, in sich hineinspüren und die dauerplappernden Gedanken einfach mal ganz bewusst ausknipsen – wer möchte das nicht? Das Erlernen einer Meditationstechnik ist für viele Menschen das Mittel der Wahl, um nach Monaten des virusbedingten Zwangsrückzugs und der Endlosberieselung aus dem Corona-Nachrichtenkosmos einfach mal wieder sorgenfrei durchatmen zu können, einfach mal wieder zu sein.

Das mit dem „einfach mal“ ist laut Iris Wagner allerdings so eine Sache, denn „sich hinzusetzen und darauf einzulassen, die Gedanken komplett loszulassen und bei sich anzukommen, ist bildlich für deinen Geist nur schwer greifbar“, sagt die Yoga- und Meditationsexpertin und will damit keinesfalls entmutigen, mit dem Meditieren zu beginnen. Es lohne sich auf jeden Fall, doch es brauche für jeden die individuell richtige Technik.

Dass die Zierenbergerin weiß, wovon sie spricht, glaubt man ihr sofort, wenn sie im Schneidersitz Platz nimmt und mit der Frühlingssonne um die Wette strahlt, während sie über ihren ganz persönlichen Lebensweg spricht.

Vor mehr als 15 Jahren habe sie die Liebe zum Yoga entdeckt, in der sie sich heute längst tief verwurzelt sieht. „Yoga ist ein Geschenk, das ich gern teilen und weitergeben möchte, damit sich andere daran erfreuen können“, sagt sie lächelnd und erklärt: „Yoga ist eine Meditation in Bewegung.“ Der Atem sei nicht nur dabei, sondern generell ein zentrales Instrument der Achtsamkeit, habe man ihn erst einmal wahrgenommen, sei es sehr einfach, gerade für Einsteiger, sich auf ihn zu konzentrieren und so in eine Meditation zu kommen. „Atmen tun wir alle“, so die Yoga-Lehrerin mit eigener Praxis in Wolfhagen, für die Meditation das „Zur-Ruhe-Kommen der Gedanken im Geist und das Nach-Innen-Bringen der Konzentration“ ist. Über die Konzentration auf die Atmung falle genau das einfach leichter, als in einer geführten Meditation dem Aufruf zu folgen, „einfach mal“ an nichts zu denken. „Das geht meist nach hinten los“, weiß Wagner, die jeden ermutigen möchte, seinen eigenen Weg zu finden. „Wenn wir von Meditation sprechen, hat jeder ein Bild im Kopf, und das ist meist der aufrecht sitzende Buddha mit dem freundlich lächelnden Gesicht, doch das ist eben bei weitem nicht alles“, sagt die 52-Jährige, die selbst die Bewegung dem klassischen Sitzen vorzieht, und das aus einem simplen Grund. „Wenn ich sitze, sind meine Gedanken doch leichter ablenkbar, es bedarf jeder Menge Übung, um so an sein persönliches Ziel zu kommen.“

Oftmals scheitere es schon am richtigen Sitzen, denn „es muss nicht zwingend der kreuzbeinige Sitz auf dem Kissen sein, ein kompetenter Lehrer sollte darauf hinweisen, dass die Meditation beispielsweise auch auf einem Stuhl ebenso gut funktioniert“. Sich wohlzufühlen sei ausgesprochen wichtig. „Wenn etwas stört, drückt oder zwickt, kann man die Meditation direkt vergessen, weil dann ist man nicht mehr in sich, sondern in seinem physischen Körper, und das ist einfach eine andere Ebene.“ Den für sich richtigen Weg zu finden, lohnt sich laut Iris Wagner allemal. „Meditation führt uns bei entsprechender Übung in einen extremen Entspannungszustand, man lernt seinen Atem als hilfreichen Begleiter in stressigen Alltagssituationen kennen und je intensiver man es betreibt, desto intensiver spürt man die positiven Auswirkungen.“ Irgendwann gelingt es dann vielleicht auch, einen Moment innezuhalten, in sich hineinzuspüren und die dauerplappernden Gedanken zwar nicht „einfach mal so“, dafür aber ganz bewusst auszuknipsen. (Sascha Hoffmann)

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