Diebe haben Bagger & Co. im Visier - fünf Fahrzeuge geklaut

Bad Emstal/Zierenberg. Unbekannte versuchten in der vergangenen Woche, einen gut 180.000 Euro teuren Bagger von einer Windpark-Baustelle bei Bad Emstal zu stehlen.

Der Diebstahl scheiterte. Doch allein im ersten Halbjahr 2015 wurden im Landkreis Kassel Baustellenfahrzeuge im Wert von fast 300 000 Euro entwendet – und damit deutlich mehr als noch in den vergangenen Jahren.

Den Anfang machten Diebe im Februar bei Hofgeismar. Dort wurde ein Teleskoplader im Wert von 100.000 Euro gestohlen. Im März wurde gleich doppelt zugeschlagen: Ein Minibagger (26.000 Euro) wurde in Schauenburg-Elgershausen mitgenommen und in Zierenberg ein Radlader und ein Bagger (je rund 68.000 Euro). In Fuldatal-Ihringshausen knackten Diebe im April einen Bagger (30.000 Euro).

Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2014 wurde in Baunatal-Kirchbauna ein Betonmischer im Wert von 150.000 Euro gestohlen, im gleichen Zeitraum in 2013 wurden keine Fahrzeuge von Baustellen entwendet, sagt Wolfgang Jungnitsch, Sprecher des Polizeipräsidiums Nordhessen in Kassel. Alle Fälle sind bislang noch nicht aufgeklärt. Die Diebstahls-Zahlen sind zwar gering, die Steigerung ist jedoch unverkennbar.

Ob die Fahrzeuge innerhalb Deutschlands oder in Europa verkauft werden, sei unklar, so Jungnitsch. Dies lasse sich nur feststellen, wenn die Fahrzeuge sichergestellt werden könnten.

Bei größeren Baustellen oder solchen, wo teure Materialien wie Kupfer genutzt werden, gibt es oft Sicherheitsdienste, die abends und nachts die Augen offen halten. Die großen Baumaschinen nach Feierabend wieder zurück zum Bauunternehmen und am nächsten Morgen wieder zur Baustelle zu bringen sei unwirtschaftlich, sagt der Bauunternehmer, dessen Fahrzeug vergangene Woche beim Diebstahl-Versuch beschädigt wurde. Rund 600 Euro würde der Hin- und Rück-Transport eines Raupenbagger kosten.

Das bestätigt Andreas Lieberknecht, Geschäftsführer der Bau-Innung Kassel. Deshalb sind die Fahrzeuge verschlossen und meist auch mit einer Wegfahrsperre versehen. Größere Geräte oder gar Fahrzeuge, sagt Lieberknecht, werden allerdings „sehr selten“ gestohlen. Welche Verluste dem Baugewerbe dadurch entstehen, könne nicht gesagt werden. Denn: „Zuverlässige Daten dazu gibt es nicht“, sagt der Anwalt.

Sehr oft gestohlen würden Geräte wie Handkreissägen oder Bohrhämmer. Auch Zerstörung und Dieseldiebstahl kommen häufig vor. Das Abzapfen von Sprit habe sich zuletzt reduziert – „da der Diesel günstiger geworden ist“, sagt der Bauunternehmer.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / Benjamin Beyt

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