Diebe plünderten Briefkästen in Kassel

Geldinstitute im Schwalm-Eder-Kreis fühlen sich gut geschützt

Sollen bewusst machen, dass es auch Diebe gibt: Die Aufkleber, die an den Briefkästen der Kreissparkasse Schwalm-Eder zu finden sind. Foto: Schäfer

Schwalm-Eder. Sie machen sich mit Spezialwerkzeug an Briefkästen zu schaffen, stehlen die Überweisungsformulare, übernehmen die Kontonummer und fälschen die Unterschrift: Mit diesem Trick versuchen unbekannte Täter, Geld bei der Kasseler Sparkasse zu erbeuten.

Dieter Rembde, Vorstand der VR-Bank Schwalm-Eder, ist die Masche nicht fremd. Im vergangenen Jahr gab es zwei dieser Vorfälle auch bei der VR-Bank in Homberg. Schaden entstand nicht: Aufmerksame Mitarbeiter entdeckten die gefälschten Überweisungsaufträge. „Wir haben sofort reagiert und spezielle Briefkästen fertigen lassen“, sagt Rembde. Die sind so konstruiert, dass man nur Unterlagen hinein-, nicht aber herausbefördern kann. Alle acht Geschäftsstellen der VR-Bank sind damit ausgerüstet. Seitdem sei das Problem gelöst, sagt Rembde.

Spezielle Briefkästen und Warnaufkleber

Die VR-Bank setzt aber nicht nur auf spezielle Briefkästen, sondern auch auf direkte Nachfrage: Bei ungewöhnlich hohen Überweisungsaufträgen fragen die Mitarbeiter zur Sicherheit noch einmal beim Kunden nach.

Auch die Kreissparkasse Schwalm-Eder setzt auf Sicherheit. So warnen Aufkleber an den Briefkästen in den Filialen davor, über Nacht Überweisungen oder gar Bargeld einzuwerfen. „Wir wollen damit unsere Kunden sensibilisieren, dass ein Briefkasten öffentlich zugänglich ist – und das hat eben auch Nachteile“, sagt Pressesprecher und stellvertretendes Vorstandmitglied Marcus Breitschwerdt aus Melsungen.

Dennoch sei es für ein Geldinstitut unmöglich, auf einen Briefkasten zu verzichten. „ Er ist immer noch ein wichtiges Kommunikationsmittel, mit dem Informationen von A nach B gelangen“ sagt Breitschwerdt. Zwar sinke die Zahl derer, die ihre Bankgeschäfte nicht per Internet erledigten, doch sei der Briefkasten nach wie vor eine wichtige Schnittstelle.

Sein Tipp: Wer Überweisungen schreibt und auf Nummer sicher gehen will, sollte sie während der Geschäftszeiten bei den Mitarbeitern abgeben. Oder die Angelegenheit am Selbstbedienungsterminal erledigen. Oder nochmal gut überlegen, ob die Überweisung wirklich unbedingt am späten Abend eingeworfen werden muss. „Tausendprozentige Sicherheit gibt es eben nicht“, sagt Breitschwerdt. „Wir setzen aber alles daran, den Wettlauf zwischen Gut und Böse zu gewinnen.“

Wie die KSK diesen speziellen Wettlauf mit den Briefkasten-Plünderern gewinnen will, wollte Marcus Breitschwerdt allerdings nicht sagen. Nur so viel: „Wir haben uns schon lange gewappnet.“

Von Claudia Brandau 

Quelle: HNA

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