29-jähriger Mann muss für 15 Monate ins Gefängnis

Auf Diebestour durch Neukirchen

Treysa/Neukirchen. Für den Einbruch in den Bauhof der Stadt Neukirchen und in das Riebelsdorfer Dorfgemeinschaftshaus muss ein 29-jähriger Mann 15 Monate ins Gefängnis.

Laut Anklage hatte ein zurzeit der in der JVA Schwalmstadt einsitzende 29-Jährige im Altkreis Ziegenhain im Frühjahr mehrere Einbrüche, Diebstähle und Körperverletzungsdelikte begangen.

Neben dem Einbruch auf dem Bauhof stieg der Mann in die Wohnung seines Vaters sowie in ein leerstehendes Gebäude ein. Bei den Diebstählen entwendete der 29-Jährige Bargeld, Bier und Werkzeug.

Der größte Schaden entstand bei der Diebestour im Bauhof Neukirchen. Dort stahl der Angeklagte einen PC, ein Handy, ein Laubgebläse und eine Motorsäge. Aus dem Dorfgemeinschaftshaus in Riebelsdorf ließ der Mann ein 30-Liter-Fass Bier mitgehen. Laut Staatsanwalt arbeitete er zum Tatzeitpunkt auf dem Bauhof und konnte mithilfe eines dort entwendeten Schlüssels in die Gebäude einsteigen.

Darüber hinaus warf die Staatsanwaltschaft ihm vor, im gleichen Zeitraum seine damalige Freundin mehrfach geschlagen und auch gewürgt zu haben. Dabei sei einmal sogar eine Rohrzange im Spiel gewesen. In Handschellen und begleitet von zwei Justizvollzugsbeamten erschien der 29-Jährige direkt aus dem Gefängnis im Sitzungssaal. Da der Angeklagte bereits einen Fluchtversuch unternommen hatte, blieb er fixiert.

„Ich kann mir nicht jeden Schlag merken, tut mir leid.“

Ex-Lebensgefährtin

Missmutig verfolgte der 29-Jährige die Verhandlung, hin und wieder schien aber auch durchaus Reue in seinem Gesicht aufzublitzen. Es war nicht die erste Straftat des Häftlings, und er war sich der ihm drohenden Konsequenzen durchaus bewusst. Schon zehn Mal musste sich der Mann als Erwachsener wegen verschiedener Delikte vor einem Gericht verantworten.

„Am besten wir behandeln eine Anklage nach der anderen, damit wir nicht durcheinander kommen“, seufzte der Vorsitzende Richter am Amtsgericht angesichts des Aktenbergs auf seinem Tisch. Die ihm vorgeworfenen Diebstähle und Einbrüche gab der Angeklagte ohne Umschweife zu. Er sei damals hungrig und durstig gewesen und habe kein Geld gehabt: „Das Ganze war einfach unüberlegt.“

Die Gewalttaten gegen seine damalige Lebenspartnerin bestritt der Mann aber vehement. Man habe sicherlich immer wieder heftig gestritten und sich auch mal geohrfeigt, aber er habe nie mit einem Gegenstand geschlagen, sagte der Angeklagte: „Wenn ich mit der Rohrzange zugeschlagen hätte, hätte es mehr Verletzungen gegeben.“

Verwundert musste das Gericht zur Kenntnis nehmen, dass sich die in den Zeugenstand gerufene ehemalige Lebenspartnerin nur schwer an die Taten erinnern konnte. Auch Verletzungen schien es keine gegeben zu haben. „Ich kann mir nicht jeden Schlag merken. Tut mir leid“, erklärte die forsch wirkende junge Frau.

Augenscheinlich war sie an einer Bestrafung ihres Ex-Freunds nicht interessiert. Im Einvernehmen aller Parteien wurden die Verfahren wegen Körperverletzung daher schließlich eingestellt.

Für die Diebstähle und Einbrüche verurteilte das Amtsgericht den Mann zu 15 Monaten Haft ohne Bewährung. 

Von Matthias Haaß

Quelle: HNA

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