21-Jähriger muss für Schaden aufkommen

Diebstahl vom eigenen Dachboden

Treysa. Weil er im vergangenen Jahr vom Dachboden des zur Zwangsversteigerung ausgeschriebenen Hauses seines Vaters Dämmstoff entwendet hatte, musste sich ein 21-Jähriger aus dem Altkreis Ziegenhain vor dem Amtsgericht in Treysa verantworten.

Der in Begleitung seines Vaters erschienene 21-Jährige präsentierte sich vor Gericht uneinsichtig. „Das war mein Eigentum“, verkündete er leicht bockig, ohne einen konkreten Beleg dafür vorweisen zu können. Das Dämmmaterial sei für sein eigenes Haus gewesen. Er habe den Dämmstoff mitgenommen, noch bevor das Haus seines Vaters verkauft worden sei.

Der Richter äußerte erhebliche Zweifel an der Aussage. „Welcher Jugendliche kauft denn Dämmstoff und lagert ihn auf dem Dachboden des Vaters? Das ist doch Blödsinn, was Sie mir hier erzählen“, sagte der Richter streng. Er wies den 21-Jährigen mit Nachdruck darauf hin, dass sich das Haus nach der Insolvenz des Vaters bereits in der Zwangsversteigerung befand, und er somit gar nichts habe mitnehmen dürfen.

Zwangsversteigerung

Er habe das Anwesen im vergangenen Jahr ersteigert, erklärte der 47-jährige Geschädigte vor Gericht. Er berichtete von Schwierigkeiten bei der Abwicklung der Zwangsversteigerung. Bei der Aufstellung der Maschinen in der Werkstatt hätten Geräte gefehlt. Die Räumung des Hauses sei mehrmals verschoben worden. Als er sich endlich das Haus habe ansehen können, seien Heizkörper und Elektroleitungen beschädigt gewesen, und am Dachboden sei Dämmstoff unsauber entfernt worden.

Gegen die Auflage einer Schadenswidergutmachung stellte das Gericht das Verfahren gegen den Angeklagten vorläufig ein.

Er muss an den geschädigten Hauskäufer 510 Euro zahlen.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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