Litauer vor Landgericht

Spektakulärer Luxuskarossen-Diebstahl: Angeklagter schweigt

Fritzlar/Berge/Kassel. Es war eines der spektakulärsten Verbrechen im Schwalm-Eder-Kreis der vergangenen Jahre. Im Homberger Stadtteil Berge wurden im März 2013 gestohlene Luxuskarossen aus mehreren Autohäusern entdeckt. Seit Dienstag steht ein 35-jähriger Litauer deshalb vor dem Landgericht Kassel.

Archiv-Video vom Fundort:

Der Vorwurf lautet: schwerer Bandendiebstahl in zehn Fällen. Der Angeklagte soll zu einer Bande gehören, die in Berge eine Halle angemietet hatte, um dort die Edelkarossen unterzustellen.

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Gestohlen worden sein sollen sie in Autohäusern in Fritzlar, Einbeck,Göttingen, Gütersloh, Bad Wildungen, Brilon, Niederaula und Bad Arolsen. Den Gesamtwert der Autos beziffert die Staatsanwaltschaft auf 1,3 Millionen Euro.

Die Kriminalpolizei in Homberg hatte einen schnellen Ermittlungserfolg vermelden können, nachdem zehn Mercedes’ im Fritzlarer Autohaus Weinhold gestohlen worden waren. Acht von ihnen hatte sie keine 24 Stunde nach dem spektakulären Diebstahl in Berge wiedergefunden.

Besonders hart hat es das Autohaus Weinhold in Fritzlar getroffen. Dort seien Mercedes-Limousinen, Coupés und Sportwagen geklaut worden – dazu noch Gebrauchtfahrzeuge, las der Staatsanwalt am Dienstag im Kasseler Landgericht aus der Anklage vor. Das billigste der entwendeten Autos soll 19.000 Euro wert gewesen sein, die teuersten 130.000 und 140.000 Euro.

Zuletzt aktualisiert
um 14.28 Uhr

Für diese Taten sowie weitere Diebstähle und Einbrüche, bei denen hochwertige Autos entwendet wurden, muss sich seit Dienstag ein 35 Jahre alter Litauer vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft beschreibt ihn als Mitglied einer Tätergruppe. Der Anklagevorwurf lautet auf schweren Bandendiebstahl in zehn Fällen.

Laut Anklageschrift nahm der junge Mann bei den Autoklau-Taten eine führende Rolle im Raum Kassel ein: Er habe andere Bandenmitglieder angeleitet und logistische Hilfe geboten. Er habe eine Wohnung in Kassel als Unterschlupf angemietet – und in Berge eine Halle als Versteck für gestohlene Fahrzeuge. Diese waren von der Kriminalpolizei 24 Stunden nach der Tat in der Halle in Berge entdeckt und sichergestellt worden.

Die Täter hätten zuvor den Tresor im Autohaus aufgebrochen und sich so der Schlüssel für die Wagen bemächtigt. Doch die Täter sollen bei weitem nicht nur dort zugeschlagen haben. Laut Anklage traf es zwischen November 2012 und März 2013 unter anderen auch Autohäuser in Einbeck, Göttingen, Niederaula, Bad Wildungen und Bad Arolsen. In einigen Fällen hätten die Täter die elektronischen Wegfahrsperren überwunden, in anderen die Schlüssel zuvor geklaut. Besonders beliebte Beute waren offenbar Autos der Marken BMW und Mercedes, aber auch einen Fiat Ducato, einen VW-Passat und einen Ford Mondeo sollen sie gestohlen haben.

Den Gesamtschaden beziffert die Staatsanwaltschaft auf über 1,3 Millionen Euro. Der Verteidiger des 35-Jährigen kündigte gestern an, sein Mandant wolle vorerst keine Angaben machen – weder zu den Taten noch zu seiner Person. Zur Zeit sitzt er in Untersuchungshaft.

Die Verhandlung wird in zwei Wochen fortgesetzt, bis Februar sind neun weitere Prozesstage angesetzt.

Bildern vom Fundort der gestohlenen Autos:

Luxusautos und Bobbycar wieder da

Quelle: HNA

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